Suiza – Selva

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Letzter Blick auf die Schweizerberge. Abflug Richtung Madrid

Die Gegensätze sind riesig. Jeder Ort mit seinen Vorzügen, mit seinen Unannehmlichkeiten. Der Aufenthalt in der Schweiz war erholsam und herzlich. Familie und Freunde zu sehen und mich in altvertrauten Umgebungen wieder neu zu orientieren war erfrischend und aufbauend.
Was mich zurück nach Ecuador treibt ist hauptsächlich meine Aufgabe hier, zu wissen, dass ich hier etwas bewirken und bewegen kann.
Von der konsumübersättigten Schweiz tief zurück in den Wald zu gehen kommt mir als erstes fast wie ein Entzug vor, der sich aber nach ganz kurzer Zeit wieder legt und sich in angenehme Genügsamkeit und Zufriedenheit wendet. Jeder Tag wird wieder echt und zeigt sich in den unendlichen, täglichen Wundern der Natur rund um mich herum.

 

Winterferien in der Schweiz

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So lieb mir mein Einsatz im Amazonas ist, ich war froh mich wieder einmal von allem zu distanzieren. Familie und Freunde wieder zu besuchen und alte Wege zu gehen, hat mir trotz kälte viel Freude bereitet. Meine Wurzeln wieder mal aus einer gesunden Distanz und neuen Perspektiven anzuschauen ist erfrischend.
Hier Eindrücke von meiner wundervollen Heimat.

Gesundheitssystem Ecuador

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Krankenschwester Doña Carmita auf Hausbesuch

Ich war überrascht als eines Morgens eine Dame bei mir in der Wohnung anklopfte und mich über meinen Gesundheitszustand informieren wollte. Misstrauisch fragte ich die Dame ob sie sich ausweisen könne. Und das tat sie auch. Ministerium de Salud, Paushizaku. Da ich gerade Zeit hatte, dachte ich, lass ich mich auf ein Gespräch ein, warscheinlich Umfragen und Statistiken.
Während die Dame, als Krankenschwester qualifiziert, Pulsmesser, Stetoskop und Blutdruckmesser auspackte, informierte sie sich über meinen Gesundheitszustand, meine Essensgewohnheiten, Sport etc. Half mir aus mit diversen, sehr hilfreichen Ideen und Haushalttipps.
Da ich gerade etwas an Magenproblemen litt, und dazu meinte, dass werde ich in der Schweiz alles regeln, denn da werde ich eh einen kompletten Checkup machen, meinte Sie: Ich kann sie doch gleich im nächsten Centro de Salud anmelden und wir machen einen kompletten Checkup für sie. Ein Anfruf auf 171 ergab, dass ich am gleichen Nachmittag einen Termin kriegte.
Da wurde ich auf alles geprüft und gefragt. Blut, Stuhl, Urin. Hochprofessionell kompetent und genau. Den Termin für eine weitere Konsultation fixiert man wiederum über die Telefonnummer 171. Alles schnell und vorallem kostenlos, inklusive Medikamente.
Ich war wirklich mehr als erstaunt über diesen perfekt organisierten Ablauf.
Das scheint mir, zumindest hier in Tena, ein sehr gesundes Gesundheitssystem zu sein. Hut ab und Gruss an meine teure Krankenkasse.

Leben mit einer indigenen Familie

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Johnathan am Eingang der Haupthütte

Die letzten paar Tage habe ich mich auf das Abenteuer eingelassen und mit der Familie Chimbo draussen im Wald gelebt. Die Familie ist sehr arm jedoch extrem reich an Lebensqualität. Der Vater fähr ein Motorkanu für Touristen in Misahualli und die Mutter verkauft Früchte und Gemüse im nächstgelegenen Dorf. Kakao und Bananenplantagen bringen ein zusätzliches Einkommen.
Die Familie lebt in einem typischen Kichwahaus, allein draussen im Wald. Die Kichwas kennen in dem Sinne keine Dörfer wie wir. Zwei, aus einfachen Holzbrettern gezimmerte, auf Stelzen stehende Hütten sind das Heim der 10 köpfigen Familie. Eine Hütte bildet das Wohnzimmer, versehen mit einem Tisch und einer Holzbank und abgetrennt davon ist die Küche. Das auf den höheren Stelzen stehende Gebäude ist die Schlafhütte, aufgeteilt in 3 Räume. Möbel gibt es keine. Ein paar Bretter bilden das Bett, das etwas erhöht vom Boden ist um ungewünschtes Unfgeziefer fern zu halten. Matrazen gibt es nicht. Geschlafen wird in den Kleidern, wenn es kühler ist, bedient man sich einer Decke.
Gewaschen, Zähne geputzt und gebadet wird draussen vor der Hütte. Ein Plastikbottich  und ein Schlauch der wie ein Brunnen ständig frisches Wasser liefert erfüllen die Ansprüche. Toilette gibt es keine. Gepinkelt wird um das Haus und für die grösseren Geschäfte geht man weiter raus in den Wald.
Gegessen wird in der Küche am Boden. Mir wurde anfangs der Tisch und die Bank im Wohnzimmer angeboten um mit Byron, seperat von der Familie, zu essen.
Unter einer flackernden Glühbirne wird dann abends zusammengesessen, gelacht, Haare geflochten und jeder erzählt von seinem Tag.
Es gibt eine einfach Primarschule die zu Fuss in etwa 15 erreichbar ist. Die älteren Kinder müssen per Kanu täglich nach Misahualli gefahren werden um die Oberstufenschule besuchen zu können.
Täglich haben wir kleine Wanderungen, durch den Wald genossen. Dies trotz Regen. Voran immer jemand mit Machette um den Weg frei zu machen. Jedesmal waren es faszinierende Erlebnisse.
Doch nach 3 Tagen war ich müde. Die ganze Umstellung, das Leben ohne wirkliche Privatsphäre ist streng und das Schlafen auf dem Boden ist ungewohnt. Auch das simple Essen ist ungewohnt. Die Diät besteht hauptsächlich aus Bananen, Manok, Reis, Fisch und Huhn und Eier.
Auf dem Rückweg hat mir die Mutter Violeta ein Reiseproviant vorbereitet. Ein Stück gekochte Manokwurzel und ein Blatt voll mit lebenden Ameisen als Snack.
Gerührt, fasziniert und innerlich sehr glücklich, aber auch müde reiste ich, per Kanu und danach per Bus, zurück nach nach Tena.

 

Baden in Chuya Yaku

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Der Hauptstrand. Flussaufwärts und flussabwärts findet man weitere wunderschöne Lagunen und Strände, ganz für sich allein

Chuya Yaku (klares Wasser) ist eines von vielen kleinen Dörfern draussen im Wald in der Umgebung von Archidona. Was Chuya Yaku auszeichnet ist der wunderschöne klare Fluss, geziert mit riesigen Felsblöcken, und das alles umgeben von der wilden Natur und Schönheit des Regenwaldes. Kleine Sandstrände, Wasserfälle und Pools die zum schwimmen einladen, machen diesen Ort zu einer erfrischenden Oase. Am Strand laden kleine Fressbuden zu einheimischen Gerichten, Tilapia de Maito (Fisch im Palmenblarr gedämpft), Maduros (Gegrillte Bananen mit Käse gefüllt) und vielem mehr. Ausländische Touristen findet man hier kaum. Also ein kleiner Geheimtipp wenn man Tena besuchen sollte.

 

Die blaue Stadt Pellileo

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Mitten im Herzen von Ecuador findet man Pellileo auf 2600 müM. Die mächtige Bergkulisse mit dem aktiven Vulkan Tungurahua ziert diese Kleinstadt. Haupttätigkeit hier  ist die Produktion von Jeans. Daher der Name: die blaue Stadt.
Ich hatte die Gelegenheit einen Einblick in einen Produktionsbetrieb zu werfen, gar 2 Tage mitzuhelfen. Auf kleinstem Raum werden aus fertig zugeschnittenen Stoffstücken, auf verschiedenen Maschienen mit enormen Aufwand, in diversen Arbeitsgängen, Jeans genäht. Die Bedingungen sind für unsere Schweizerverhältnisse schlecht. Pro fertig genähte Jeans, Arbeitsaufwand von ca 3 Std, gibt es für die Familie CHF 1.50.
Ich trage heute meine Jeans mit viel mehr respekt.
Hier ein paar meiner Eindrücke.

 

Laguna Paikawe Misahualli

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Seit ich nicht mehr im Studentenhaus voll eingespannt bin bleiben mir genügend Zeit für Ausflüge. Es gibt so viele Orte rund um Tena zu entdecken. Viele wunderschöne Orte sind nicht touristisch erschlossen und daher schwer zu finden. Dafür umso spannender. So auch die Laguna Paikawe neben Misahualli. Meine Freundin Elke wusste von diesem Juwel. Fragt man die Familie vorort ob sie einem durch die Lagune führen, tun die dies mit Freude. Die eine Stunde im Ruderboot durch die Lagune war wie ein Ferienwochenende. Spannend, Ruhe, draussen in der Natur.