Kurzbesuch

Es begann mit einer Überraschungs-Nachricht … „Ich bin Pascal, unterwegs auf meiner Südamerikareise…“ Pascal besuchte uns für 4 Tage hier im Studentenhaus. Eine willkommene Abwechslung und eine Bereicherung für uns alle hier im Studentenhaus PAKASHKA-SACHA.
Er begleitete uns in unserem Alltag, beim gemeinsamen Lernen, Kochen, Essen, spannenden Brettspiele am Abend und Ausflüge in der schönen Umgebung.
Herzlichen Dank Pascal vom ganzen Team für deinen Besuch. Wir wünschen eine gute und sichere Weiterreise und viele weitere spannenden Abenteuer.

Folge den Soldaten. Folge dem Licht.

Eine der 11 Bambusleuchten auf dem Weg vom Eingangstor zum Haus.

Es war klar, dass es für die Zufahrt von der Kantonsstrasse bis zum Haus eine gute Beleuchtung braucht. Denn in der Nacht kann es hier im Jungle ohne externe Lichtquellen extrem dunkel werden. Aber wie? Uns war es wichtig, dass die Natur, die Tierwelt nachts so wenig wie möglich durch künstliche Lichtquellen gestört werden sollte. Auch waren Kosten ein Kriterium, denn es mussten 11 Lampen über eine Distanz von 200 m erstellt und verkabelt werde . Eine Auswahl von guten brauchbaren Lampen konnten wir hier in der Region nicht finden, also war Kreativität angesagt.

Und unsere Lösung war: 

Ein dickes Bambusrohr von 80 cm auf einem Zementsocke dient als Lampenpfosten. 

Ein grosses Einmachglas bildet das Lampenglas, ein Schutz für die Glühbirne.

Und eine Aluminium Salatschale ziert als Lampenschirm und bietet Schutz vor Regen und Sonne für die ganze Konstruktion. Auch wird mit diesem grossen Deckel und das Licht nur Richtung Boden reflektiert und minimiert dadurch die Lichtverschmutzung. 

So stehen sie hier wie dünne, stramme Bambus-Soldaten mit grossen Alu-Helmen. Und nun, wenn man Abends vom Eingangstor zum Haus spaziert, fühlt man sich sicher begleitet. Beschützt von einer kleine Armee strammer Bambus-Soldaten mit Alu-Helmen die den Weg säumen. 

Willkommen Zuhause

Strassenunterhalt

Von der Hauptstrasse zum Grundstück musste für den Bau des neuen Studentenhauses eine 250 m lange Strasse durch das extrem hügliges Gelände gebaut werden. Mit grossen Maschinen wurden Hänge abgetragen und kleine Täler aufgefüllt. Mehrere Kubik Kies und Gestein wurden zugeführt um der Strasse eine stabile Unterlage zu garantieren. Denn neben der Strasse wurden auch alle Anschlussleitungen, Wasser, Strom, Internet, Telefon unter dem Boden verlegt. Die Strasse ist somit unsere Lebensader für das ganze Haus.
Das Unterfangen wurde weit aufwändiger als geplant. Und noch immer müssen spontan weitere Anpassungen vorgenommen werden um diese Lebensader zu sichern. Wo nötig werden weitere Stützmauern gebaut und andere ergänzt. Dank tatkräftigem Einsatz von unseren Studenten Vincent, Byron und Widinson können wir grösstenteils diese Arbeiten selber ausführen.
Danke für euren Einsatz.
Heftige Regenfälle liessen leider letzte Woche, aufgeschüttete Teile neben der Strasse abrutschen. Neue Lösungen sind hier gesucht. Die Strasse bleibt eine Herausforderung.

Atemnot

Ich weiss, es gibt nichts mühsameres als die Krankengeschichte und die dazu begleitenden Klagen einer Person anhören zu müssen. Jedoch Aufgrund der anhaltenden Skepsis und Vereitelung des Covid-Problemes jedoch, möchte ich meine Geschichte teilen. Ich wünsche niemandem diese Ungewissheit, die Schmerzen und die Angst, einen natürlichen Ablaufe, seinen eigenen Atmen Stück um Stück zu verlieren. 

Es ist normalerweise 8 Uhr, das Frühstück im Studentenhaus ist beendet, die Küche aufgeräumt und die meisten der Studenten beginnen ihre Online Klassen. 

Das ist der moment wo ich mit meinen Hunden den kleinen Anstieg hinter dem Studentenhaus PAKASHKA SACHA mit den beiden Hunden in Angriff nehme. Unser morgendlicher Spaziergang. Das fast 7 Hektaren grosse, hüglige Grundstück von PAKASHKA SACHA, besteht aus hauptsächlich Primärwald. Dieser Ablauf bereitet mich bestens auf meine vollen Arbeitstag vor. Administrative Arbeiten, Bauführung, Studentenbetreuung und Management des Projekte PAKASHKA SACHA. 

Seit nun über einem Jahr wohne ich hier nun mit Byron und 4 Studenten. In einem sich im Bau befindenden Haus zu wohnen ist eine riesige Herausforderung. Speziell wenn das Haus eigentlich im April 2020 hätte fertig sein sollten, und bis zum heutigen Zeitpunkt immer noch im Bau ist.
Klar, die Pandemie hat viel auf den Kopf gestellt aber dies ist nur ein kleiner Teil des Problems.

Im Februar 2020 unterzog ich mich einer komplett Untersuchung mit Blutbild und allem drum und dran. Ich fühlte mich einfach immer müde und schwach. Die Resultate waren bestens, ein Hinweis auf Parasiten, aber das ist hier im Regenwald normal. Trotz der Einnahme von den verschriebenen Medikanementen wurde es nicht wirklich besser. Aber ich kämpfte mich durch. Kann ja auch Stress und Anspannung sein, Bauphase, Arbeitsstress etc.
Dann im September 2020 wurden Beschwerden so stark, Mühe mit Atmen, Müdigkeit und schlechter Schlaf, dass ich mich einer weiteren komplette Untersuchung unterzog. Und diesmal mit einem Schnell-Covid Test. Der Befund war Atemwegsinfektionen aber ansonsten alles besten. Der Arzt verschrieb mir eine Tonne von Medikamenten, 3 verschiedenen Antibiotika, Schmerzmittel, und Inhalier-Sprays. Die Symptome wurden gemildert aber gingen nicht komplett weg. Auf schleichendem Weg fühlte ich mich immer schwächer und schwächer. 

Die indigenen Familien boten mir ihre natürlichen anti Covid-Medikamente an was ich gerne akzeptierte. Ein bitterer Saft auf diversen Rinden und Kräutern musste ich täglich 3 x einnehmen. 

Auch unterzog ich mich verschiedenen Shaman Ritualen. Einige mit aber auch ohne Ayuhuasca. Alles gab mir Hoffnung und kurze Besserung aber immer wieder ging es mehr bergab. Dies bis zu einem komplett Zusammenbruch. Ich war so geschwächt, mit Fieber und Schmerzen dass ich nicht mehr laufen konnte.

Dann Ende Jahr wurde mir ein weiterer Arzt empfohlen, Dr. Daza in der Amazonas Klinik. Ich war zu diesem Zeitpunkt so geschwächt, dass ich die meiste Zeit im Bett verbrachte und meine täglichen Arbeiten nicht mehr verrichten konnte. Zum Arzttermin konnte ich kaum noch laufen. Byron hat mich glücklicherweise begleitet.
Die Diagnose von Dr Daza war Covid-Langzeit-Nachwirkungen. Dies obwohl mein Schnelltest ein negatives Resultat verzeichnete. Spritzen und antivirale Medikamente wurden mir von ihm verschrieben. Der Zustand verbesserte sich nach der Spritze schnell. Endlich wieder ohne Schmerzen Atmen zu können ist befreiend. Doch nach dem Ende der 2 wöchingen Therapie verschlimmerte sich mein Zustand wieder.
Ich meldete mich zurück bei Dr. Daza. Er verschreib mir weitere Medikamente und Atemübungen um meine Atemnöte besser bewältigen zu können. Dies wiederholte sich über die nächsten Monate in immer kürzeren Abständen und dem gleichen Krankheitsablauf, erst eine Verbesserung des Zustandes und danach stetige Verschlechterung.

Die Atemnot raubte mir in der Zwischenzeit meinen Schlaf und ich konnte kaum mehr klar denken und handeln. Mehrere male erwachte ich Nachts, nach Luft ringend. Todmüde am offenen Fenster versuchte ich mich zu beruhigen um wieder zu einem, nicht panikartigen Atmen, zu gelangen.

Es kam soweit, dass ich Angst hatte einzuschlafen und im Schlaf zu ersticken. Dr. Daza versorgte mich so gut als möglich mit immer neuen Medikamenten. Er vertröstete mich, dass ich einer von vielen bin und dass es bis zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich keine wirklich bewährte Behandlung gibt. Und auch dass das Angebot an Medikamenten hier in Ecuador limitiert ist. 

Nicht nur Atemnot, auch Erschöpftheit und Depressionen setzten ein. Ich war eigentlich nur noch im Bett. Die Studenten versorgten mich mit Essen und Trinken und erledigten so weit wie möglich meine Arbeiten im Haus.

Weitere Shaman Behandlungen hier im Haus, Rituale bei denen mein ganzer Körper mit Tabak und Alkohol eingerieben wurde, halfen nicht sehr viel. Mir war zu diesem Zeitpunkt jedoch jeder versuch, mich aus dieser miserablen Lage zu befreien, recht.

Dann Ende März kam ein kompletter Zusammenbruch. Fieberschüben, Atemnot und damit verbundene Panikattacken und Körperschmerzen liessen mich weder wach sein noch schlafen. Um 10 Uhr nachts ging einfach nichts mehr. Die Studenten wollten mich in den Spital hier in Tena bringen. Dieser jedoch ist weit über seiner Kapazität ausgelastet und lieber sterbe ich hier als abgestellt in irgend einem Bett draussen in einem Gang im Spital Tena. Ich konnte mich kaum noch bewegen, Schüttelfröste, verschleimter Hals und konnte kaum noch Atmen.
Die Studenten Byron und Denyce avisierten einen Freund der scheinbar eine nicht zugelassene aber wirksame Medizin habe. Mir war in diesem Moment alles egal. Einfach nicht mehr dieses Leiden.
Mir wurde Ivermectin gespritzt, eine Antiparasiten-Medikament, bestimmt Tiere. Die Injektion war äusserst schmerzhaft, aber egal. Und schon nach wenigen Minuten entspannte sich alles. Ich fühlte mich zwar immer noch schwach aber ich litt nicht mehr so stark. Und über die folgenden Tage verbesserte sich mein Zustand um einiges. Zwar begleitete mich immer noch eine bleierne Müdigkeit aber ich konnte wieder einigermassen Atmen. Zwar immer noch mit Schmerzen aber ich hatte nach langem endlich wieder mal das Gefühl genügend Luft zu kriegen.

In den folgenden Tagen besuchte ich ein weiteres Mal meinen Arzt Dr. Daza. Er gab mir weitere Spritzen und Medikamente gegen Infektionen. Und der Zustand verbesserte sich weiter.
Regelmässige Atemübungen, Yoga und Meditationen helfen mir wieder mich zu meinem Grundzustand zu begleiten.

Endlich kann ich wieder meine täglichen Morgenspaziergänge im Wald geniessen. Immer noch etwas schwach aber schmerzfrei. Bergauf geht es nur sehr langsam denn ich muss meine Kondition natürlich wieder langsam aufbauen, Ich war ja körperlich praktisein halbes Jahr komplett inaktiv.

Ich hoffe dies ist der direkte Weg zu meiner Genesung, der Weg zurück in meine Routine. Endlich auch kann ich wieder meine lang vernachlässigten Arbeiten langsam aufnehmen. Viel ist liegen geblieben. Aber das pack ich an. 

Ich bin dankbar wieder zu meiner Gesundheit gefunden zu haben. Ohne Gesundheit wird alles wertlos.

Naherholungsgebiet rund um das Haus

Die fast unendliche Geschichte, Bauarbeiten ohne Ende, Covidunterbrüche, Bauschäden und vieles mehr haben mich über die letzten 12 Monate biel Energie gekostet. Nichts desto Trotz, der Bau des Studentenhauses hat sich gelohnt und das Resultat ist das was ich mir erwünscht habe.

All diese Strapazen hätte ich wahrscheinlich kaum ausgehalten wenn die umliegende Natur mich nicht auf meinen täglichen Morgenspaziergänge im Lot gehalten hätte. Diese Waldbäder haben mich von all dem Druck regelmässig geläutert und mir den nötigen Ausgleich beschert.

Ich hoffe die arbeiten nun in den nächsten Wochen abschliessen zu können und dann mich endlich voll der Hauptaufgabe vom Projekt widmen zu können. Ich freu mich.

Öko-Kläranlage

Der Bau des Studenten-Hauses PAKASHKA-SACHA bot mehrere Herausforderungen. Der Zugang, Strassenbau in diesem sehr hügligen Gelände war die erste. Der Standort des Hauses wurde nach mehren Camping Aufenthalte im Wald bestimmt. Wasseranschluss war eine weitere Hürde. Es gibt zwar Wasser auf dem Grundstück. Jedoch ist es zum Teil schwer zugänglich und daher auch kostspielig zusammenzuführen. Daher haben wir uns für einen Anschluss am lokalen Wassernetz entschieden. Um die Unzuverlässigkeit der Wasserversorgung aufzufangen wurden mehrere Wasser-Reservetanke gebaut um uns eine Überbrückungs-Reserve von über 5000 l zu sichern.

Da das Projekt ein Bildungsprojekt ist, mit dem Ziel unsere Umwelt zu schützen, wurde natürlich auch in allen Bereichen der ökologische Aspekt berücksichtig. Dies in der der Bauweise, Materialwahl etc. Und natürlich auch in der Abwasserentsorgung. 

Ecuador ist fast wie die Schweiz ein Wasserschloss. Eine privilegierte Ausgangslage die leider hier in Ecuador nicht verantwortungsvoll geschätzt und geschützt wird. Wasserverschmutzung ist hier ein alltägliches Problem. Die meisten Flüsse sind komplett verschmutzt. Das Konzept von Kläranlagen ist eher ein Fremdwort. Gründe sind natürlich Finanzen aber auch das nicht bewusst sein wie wertvoll das Gut Wasser ist. 

Daher haben wir uns ein autonomes Wasserreinigungs-System bauen lassen. Es besteht aus 7 Tanken. Schlammbecken, Gärungsbecken, Steinfilter, Kiesfilter, Sandfilter, Kohlefilter und Pflanzenfilter. 

Das Endresultat ist ein sauberes, reines Wasser, dass zurück in unsere Bächlein zugeleitet werden kann. Da die ganze Anlage an einem Hang gebaut wurde, fliesst das Wasser selbständig und es sind keine Energieträger für Wasserpumpen etc notwendig. Sparsamer Wasserverbrauch und Einsatz von organisch abbaubaren Reinigungsmitteln sind zusätzliche Massnahmen um unsere Umwelt zu schonen.

Vom Traum zur Realität

Die SUVA war nicht dabei

Es begann mit einer verrückten Idee. Die Idee, mein eigenes Bildungszentrum hier in Ecuador zu gründen. Nach all den Erfahrungen und Kenntnissen, die ich durch meine Arbeit für verschiedene Stiftungen hier in Ecuador gesammelt hatte, war ich bereit, diesen Schritt zu wagen.
Mit einem Team von drei Personen machte ich mich daran, diese Idee zu konkretisieren. Wir gründeten eine Stiftung hier in Ecuador, um dem Projekt die richtige Basis zu geben. Dieser Schritt gab mit die Kraft für den initialen Kick, diesen Traum wirklich zu verwirklichen.
Leider verlor das Team sehr bald das Interesse. Und das mitten in den ganzen Vorbereitungen. Dieser Rückschlag war für mich nur schwer zu verkraften, dennoch entschied ich mich, an diesem Traum festzuhalten und beschloss mit aller Kraft, dieses Projekt alleine durchzuführen. Mit der Hilfe von guten Freunden und Volontären erhielt ich eine starke Unterstützung, um diese Vision zu verwirklichen.
Anfang 2019 kaufte ich ein hügeliges, wildes, 5,7 ha großes, Grundstück, reiner Primerwald, in der Nähe von Tena. Nun, da ich die Geografie des Grundstücks kannte, konnte ich das Projekt endlich klar planen. Die Erkundung des Geländes war nicht einfach, war es doch dicht bewachsener, fast unpassierbarer Urwald.
Im November 2019 war es dann an der Zeit, das Projekt zu konkretisieren. Der Bau einer Zufahrtsstraße. Nachdem ich monatelang mit den örtlichen Behörden verhandelte und sie gebeten hatte, mir beim Bau der Zufahrtsstraße zum Gebäude zu helfen, musste ich diese Bemühung aufgeben. Mir wurde auf indirektem Wege mitgeteilt, dass es ohne Bestechungsgeld keine Aktionen geben wird. Das war klar.
Ich beauftragte unumgehend eine Privatfirma damit, die 250 m lange Zufahrtsstraße auf eigene Kosten zu bauen. Es war eine ziemliche Herausforderung auf diesem schwierigen, hügeligen Gelände.
Während dies im Gange war, beauftragte ich einen Bauunternehmer mit dem Bau des Hauses. Ich habe alle Pläne gezeichnet und einen Vertrag aufgesetzt. Festgelegt war eine Bauzeit von 5 Monaten. Dann kam COVID und alles kam anders . . . Mangel an Baumaterialien, Ausgangssperren die es den Arbeitern nicht erlaubte zu reisen, steigende Preise und mehr, zeichneten einen düsteren Ausblick. Aber rund um diese Herausforderungen schafften wir es, fokussiert und flexibel zu bleiben, um neue Wege zu finden. Und das ist uns auch gelungen.
Hier in Ecuador ein Haus mit unserem Schweizer-Standard im Kopf zu bauen, kann einen fast in den Wahnsinn treiben.
Aber das Endergebnis ist das, was wichtig ist. Für ecuadorianische Verhältnisse, denke ich, haben wir ein hervorragendes Haus gebaut.
Herzlichen Dank an allen Beteiligten.

2021

Aktuelle Besetzung im Studentenhaus. von rechts nach links: Byron, Elder, Denice, ich, Vicente

Und alles bleibt im Fluss. Das Jahr 2020 war für mich ein langes und sicher intensives Jahr. Der Schock der Pandemie hat aufgeweckt. Das entgleisen aus dem Alltag und der Routine liess alles Bewusster werden.
Sehr viel hat sich im Vergangenen Jahr in meinem Leben und mit meiner Arbeit verändert. Der Bau des neuen Studentenhauses war und ist immer noch die anstrengendste, aber auch meist erfüllende, Aufgabe.
Zusammen mit unserer gemeinsamen Herausforderung, dem COVID, kam ich mehrere Male an meine Grenzen. Doch durch klare Ziele und der Unterstützung von Freunden und Familie, konnte ich diesen Weg und dieses Jahr eigentlich ganz gut meistern.
Ich wünsche allen einen positiven Ausblick auf das 2021.
Gruss aus dem Regenwald

Im Januar sollten die neuen Website aufgeschaltet werden. Schau mal vorbei:

www.saberycrecer.org

www.pakashka-sacha.org

El Compromiso / Die Verlobung

Tanzen bis zum umfallen

Die Kichwas Indios finden immer einen guten Grund für ein Fest. Dieses Wochenende waren wir zu der Verlobung von Alexandra und Felix draussen im Wald in Puku Urko eingeladen.

Am Samstag Mittag fuhren wir per Bus nach Misahualli. Von da an ging es weiter mit Kanu bis zum Haus von der Familie Chimbo Mamallacta. Gereist wird vorschriftsgemäss nur mit der obligatorischen Corona Schutz-Maske und Desinfektionsmittel zur Hand. Jedoch einmal Vorort herrscht ein Gedränge und alle Corona Schutzmassnahmen sind vergessen.

Eine typische Verlobung hat bei den Kichwas sein genaues Protokoll.

– Familie des Bräutigams:
Sie besuchen die Eltern der zukünftigen, gewünschten Braut und bringen ihr Anliegen bei der Familie vor. Bei einem Ja, wird ein Datum für die Verlobung festgesetzt.

– Familie des Bräutigams:
Eltern, Geschwister, Onkel, Tanten und Cusine kommt zum Haus des Mädchens. Sie bringen Essen und vorallem viel zum trinken. 

– Die Familie der Braut:
Alle sitzen zusammen mit den Gästen in einem Kreis, typisch für alle Kichwa Feste.

– Familie des Bräutigams:
Eltern, und Paten des Bräutigams Begrüssen jedes einzelne Familienmitglied der Braut und Plaudern. Dies um sich gegenseitig kennen zulernen.

– Bräutigam und Braut:
machen die Runde im Kreis und Fagen jedes einzelne Familienmitglied um Einverstädtnis und um Ratschläge für deren neuen Lebensabschnitt.

– Familie des Bräutigams:
Ansprache des Vaters. Er äussert nun ofiziell den Antrag zur Verlobung 

– Die Familie der Braut:
Vater komentiert und akzeptiert offiziell.

– Bräutigam und Braut:
setzen sich in der Mitte des Kreises und nun bringen alle, erst Famile der Braut, dann Gäste, Geschenke für das Brautpaar. 

– Familie des Bräutigams:
Die Männer bringen Getränke, Kastenweise Bier, Limonade und Schnäpse in den Kreis. Währenddessen bereiten die Frauen das Essen für alle Gäste vor.

– Die Familie der Braut:
Die Männer verteilen die Getränke an die direkten Familienmitglieder und Freunde. Familienmitglieder erhalten mindestens einen Kasten Bier und ein Liter Schnaps und viel Limonade und alles zusammen mit einem Becher. Mit diesem Becher werden dann die Getränke im Verlauf des Festes direkt weiter verteilt

– Familie des Bräutigams:
Servieren an alle Gäste Essen. Und dies in riesen Mengen. (das meiste wird eingepack, denn diese Mengen essen kann niemand). Viel Essen und Trinken zu servieren ist ein Statussymbol. Je mehr je bessergestellt die Familie. Leider verschulden sich viele Familien um sich möglichst gut presentieren zu können.

Zusammen mit dem Essen wird das traditionelle, alkoholhaltige Getränk Chicha serviert. Jede Fraue bringt ihre selbst gemachte Chicha, serviert in grossen Kübeln und je einer Getränkeschale die herumgereicht wird. Die volle Schale wird von der Frau an den Mund des Gastes angesetzt. Dieser trinkt bis die Schale leer ist. Danach wird die Schale mit der Hand kurz abgewischt, neu gefüllt und beim nächsten Gast angesetzt. 

Und dann wird getanzt, geplaudert und vorallem viel Alcohol getrunken.
Das ganze Fest wirkt wie eine Trance. Kinder, Grosseltern, Jugendliche, einfach alle Tanzen, Trinken, Rauchen, Schreien, Lachen, Weinen. Wer nicht mehr mag legt sich hin oder fällt von alleine um. Wenn man erwacht wird weitergetrunken.

Man trinkt nie aus seiner eigenen Falsche sondern serviert sein Getränk an alle anderen. Was zu wirklich unkontrolliertem Alkohol Konsum führt.

Ich kann da nicht mithalten. Um 12 Uhr Mitternacht habe ich mich zurückgezogen. Das Fest lief weiter, vom Samstag Mittag bis Montag Mittag. Erst dann endlich um 14:00 verstummte die Musik, so wurde mit berichtet.

Baustelle Herausforderung

Küche im Bau

Die nun bald 9 monatige Bauphase war und ist immer noch eine strenge Zeit für mich. Die Coronakrise hat den ganzen Stress zusätzlich verschräft. Doch das Resultat lässt sich sehen und freut. Viele Entscheidungen, Änderungen und Problemlösungen die, meines Erachtens, nun auch durch ein gutes Resultat reflektieren, belohnen die Bemühungen.
Noch ist nicht alles Bestanden, aber das Ziel scheint greifbar nahe. Und ich bin froh darüber, denn ich bin langsam müde. Ich freue mich auf ruhigere Zeiten um das Haus wirklich geniessen zu können und vorallem um den Betrieb endlich voll aufnehmen zu können.
Zusätzlich zum Baustress mit Staub und Lärm, läuft doch auch schon das Studenten Programm. 3 Studenten wohne zusammen mit mir auf dieser Baustelle. Alle 3 besuchen ihre Klassen Online und stellen sich auch der Baustellen Herausforderung.
Die tägliche Spaziergänge mit den Hunden durch den Wald halten mich bei guter Laune und positiven Energien.