Bildervortrag über das Leben im Amazonas

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Wie schon im vorhergehenden Blog erwähnt, werde ich vom 29. August bis Ende September in der Schweiz weilen. Ich werde diese Zeit auch nützen um meine Erlebnisse und Erfahrungen hier im Amazonas mit Leuten teilen zu können.
In Bildern und Kurzvideos möchte ich die Schönheit des Amazonas Regenwaldes zeigen und über die einheimischen Indios, die Kichwas berichten. Ich möchte über ihre Kultur, ihre Bräuche, aber auch über deren Herausforderungen erzählen. Näherbringen wie es ist in einer Welt zu leben die immer mehr von unseren Werten überrannt und dominiert wird.
Die Natur hier leidet nach wie vor unter unserer Raffgier. Abholzungen, Gold,- und Mineralabbau, Abfallbeseitigung etc., vergiften und zerstören dieses lebenswichtige Ökosystem. Meines Erachtens kann nur durch eine gute Bildung der einheimischen Bevölkerung diesem Trend entgegengesetzt werden.

Zusammen mit Freunden haben wir hierfür in Ecuador die Stiftung SABER Y CRECER (Wissen und Wachsen) gegründet. Mit dieser Organisation möchten wir den indigenen Jugenlichen die Werkzeuge dazu geben sich gut auszubilden um sich für ihre Lebensraum einsetzen zu können.
Vom 11.-16. September habe ich mir Zeit eingeplant diesen Vortrag abzuhalten.
Falls jemand interresse hat oder eine Gruppe von Leuten für diesen Vortrag begeistern kann, meldet euch bitte unter sigi.andermatt@gmail.com oder direkt hier über die Website.

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Abschlussprüfungen

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Studenten und Eltern warten auf die Resultate der Remedial Prüfungen. Educativa Unidad de Tena

Wie auch in der Schweiz, stehen für die Oberstufen-Studenten Ende Jahr die Prüfungen an. Es wurde viel gelernt und vorbereitet. Jedoch scheinbar nicht genug und von den 7 Studenten haben 4 die Prüfungen für die nächste Klasse nicht bestanden. Dies hat leider auch damit zu tun, dass wenn jemand einige Fächer nicht besteht, diese einfach nachgeholt werden können. Und zwar wie folgt:
Supletorios: Wer die erste Prüfung nicht besteht kann diese in der folgenden Woche nachholen.
Remediales: Wer immer noch nicht besteht, kriegt Hausaufgaben und muss nochmals an die Prüfung in 3 Wochen.
De Gracia: Wer dann immer noch nicht besteht, kann in die nächste Klasse vorrücken und muss im neuen Schuljahr Ende Monat nochmals eine Prüfung ablegen.
Da kein Lehrer daran interessiert ist, dass seine Studenten fehlen, setzen sie die Hürde der Prüfungen immer tiefer. Oft wird die selbe Prüfung wiederholt oder gar einfach das Lösungsblatt gleich beigelet.
Oder noch schlimmer: Ich war mit einem meiner Studenten in den Remediales. Er hat nicht bestanden. Fauler Kerl. Er hat eben nicht glernt. Die Lehrerin hat ihn beauftragt das Schulzimmer zu putzen. Úber diese Reaktion war etwas verwundert. Strafe oder was? Danach kam die Lehrerin zu mir und sagte: „Er hat gut geputzt. Er hat die Matheprüfung bestanden.“
Was soll ich da sagen?

Besuch in der Schweiz

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Herzlichen Dank für all die Mails die ich auf die Vorankündingung, dass ich im September für einige Wochen in der Schweiz weilen werde, gekriegt habe . Ich freue mich sehr Familie und Freunde zu sehen.
Ich werde auf dieser Reise von Byron Chimbo begleitet. Byron hat seit Mitte dieses Jahr sein Studium in der Universidät Amazonas in Puyo angefangen.
Ich werde Byron für sein 5 jähriges Studium finanziell unterstützen. Der Aufwand dafür ist relativ klein für unsere Verhältnisse, jedoch für eine Familie wie die Familie Chimbo, nicht finanzierbar.
Für den Aufenthalt werde ich, zusammen mit ihm, eine Presentation über das Leben seiner Familie zusammenstellen. Das Leben einer Kichwa Familie draussen im Amazonas. Etwa über die Kultur, die Traditionen und einfach über deren Alltag.
Ich hoffe diese Presentation an verschiedenen Orten presentieren zu können. Falls jemand Interesse oder einen Tip hat . . . . lassst mich wissen.

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We speak english

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English Unterricht bei mir Zushause

Ecuador für mich ist eines der reichsten Länder. Es gibt Bodenschätze, eine unglaublich vielfältige Natur, fruchtbare Böden und Gewässer. Was hier fehlt ist Bildung. Die Regierung ist seit einigen Jahren auf dem besten Weg das Bildungssystem zu verbessern und erweitern. Aber das beste Bildungssystem kann nicht über Nacht verbessert werden. Denn es fehlt an fähigem Lehrpersonal.
Meine Studenten haben Mathematik Lehrer die kaum rechnen können, Englishlehrer die kein Wort English sprechen. Daher wird einfach kopiert und repetiert was in den mehr oder weniger schlechten Lehrbücher steht.
In den Klassen wird vorgelesen und repetiert und abgeschrieben. Sogar in der Mathematik werden einfach Zahlenblöcke kopiert ohne genau zu verstehen worum es geht. Diese Bildungslücke zu durchbrechen braucht es, wie es auch bei uns war, ein bis 2 Generationen.
Hier ist der Punkt wo ich ansetzen möchte. Zur Zeit unterrichte ich jeden Samstag English. Die Anfrage ist gross. Die Jugendlichen sind wissensbegierig. Und es macht, trotz tiefem Wissensstand, viel Spass zusammen zu lernen.

Wasserfälle Pimpilala

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Auch hier im Dschungel hat sich ein Alltag, dominiert von administrativen routine Arbeiten, eingestellt. Darum kam dieser Ausflug sehr gelegen.
Was als wunderschönes, harmloses Ausflugsziel beschrieben wurde zeigte sich als traumhaftes, jedoch wegmässig sehr herausforderndes Abenteuer.

Die Wasserfälle Pimpilala. Durch ein enges Tal, bachaufwärts schlängelte sich der imporvisierte Weg, teils an schroffen Felswänden entlang, teils im Bach selber oder dann über rutschige Baumstämme, hinauf ins Unbekannte. Gesichert war, bis auf ein paar spärlich gezogenen Nylonseilen, nichts.
Aber die Natur, die Geräusche, die Wildnis faszinierten so, dass man einfach mehr sehen wollte und sich vom verträumten Weg, trotz Zweifeln, weiter leiten liess. Die wenigen Fotos die ich machte können nur spärlich diese Stimmung erfassen.

 

Schulschluss in 3 Wochen

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Wieder arbeite ich zusätzlich im Studentenhaus. Zur Zeit ist nur ein Voluntär vefügbar und die Arbeiten die anstehen, vorallem kurz vor dem Schulschluss, sind zu viel für nur eine Person. Daher unterstütze ich Walter, unser Voluntär, vorallem im Bereicht Hausaufgaben mit unseren 7 Studenten. Auch stehen viele Klassenbesuche an. In der Zwischenzeit macht mir das auch Spass.

Das gibt volle Tage, vorallem zusammen mit noch meinen Arbeiten für SelvaViva und anderen kleinen Projekten die ich hier angefangen habe. Aber die Zeit ist ja absehbar. Am 26 Juni stehen alle Prüfungen an und dann wird es sicher wieder ruhiger. Mehr Zeit für mich.
Hauptsache: Ich geniesse den Einsatz.

 

Auf der Suche nach dem Grossonkel

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Eigentlich war es geplan einen Besuch bei einem Grossonkel der Familie Chimbo in Punuo abzustatten. Der Wegbeschrieb war einfach. Von der Brücke über den Rio Misahualli nur immer flussaufwärts ca eine halbe Stunde. Dann rechts oberhalb des Ufers sollte seine Hütte sein. Unterwegs waren wir, Byron und ich, mit den beiden Couchsurfern Julian und Tobias aus Deutschland.
Der Weg hat sich anfangs auch bestens präsentiert. Etwas verwachsen aber einigermassen begehbar, bis uns der Weg, der inzwischen ein Pfad geworden war, schlussendlich in das Flussbeet des Misahualli führte. Die heftigen Regenfällen in den vergangenen Wochen haben dem Fluss einen neuen Weg verschafft. Also haben wir uns dem neuen Flussufer entlang versucht. Dieses Dickicht ohne Machette zu durchqueren ist schwer, aber dank Byron, machbar. Und es hat auch geklappt. Zirka eine Stunde später haben wir dann auch endlich das Haus des Onkels, dem Chaman Augustin Calapucha, oben auf einer Anhöhe gesichtet. Eine herrliche Oase, abgeschieden von allem.
Besuch ist immer willkommen und alles läuft wie immer ungezwungen und spontan ab. Man sitzt zusammen plaudert oder schweigt und geniesst einfach den Moment.
Für den Rückweg wurde uns empfohlen nicht mehr dem Fluss lang zu gehen. Ein Weg über die Hügel, etwas weiter aber mit gut begehbaren Pfaden, wurde uns empfohlen. Und es war auch einiges einfacher.
Das war ein strenger, aber wunderschöner Tag, der im Hause der Familie Chimbo mit einer wunderbaren Dusche im Freien endet.