Auf der Suche nach dem Grossonkel

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Eigentlich war es geplan einen Besuch bei einem Grossonkel der Familie Chimbo in Punuo abzustatten. Der Wegbeschrieb war einfach. Von der Brücke über den Rio Misahualli nur immer flussaufwärts ca eine halbe Stunde. Dann rechts oberhalb des Ufers sollte seine Hütte sein. Unterwegs waren wir, Byron und ich, mit den beiden Couchsurfern Julian und Tobias aus Deutschland.
Der Weg hat sich anfangs auch bestens präsentiert. Etwas verwachsen aber einigermassen begehbar, bis uns der Weg, der inzwischen ein Pfad geworden war, schlussendlich in das Flussbeet des Misahualli führte. Die heftigen Regenfällen in den vergangenen Wochen haben dem Fluss einen neuen Weg verschafft. Also haben wir uns dem neuen Flussufer entlang versucht. Dieses Dickicht ohne Machette zu durchqueren ist schwer, aber dank Byron, machbar. Und es hat auch geklappt. Zirka eine Stunde später haben wir dann auch endlich das Haus des Onkels, dem Chaman Augustin Calapucha, oben auf einer Anhöhe gesichtet. Eine herrliche Oase, abgeschieden von allem.
Besuch ist immer willkommen und alles läuft wie immer ungezwungen und spontan ab. Man sitzt zusammen plaudert oder schweigt und geniesst einfach den Moment.
Für den Rückweg wurde uns empfohlen nicht mehr dem Fluss lang zu gehen. Ein Weg über die Hügel, etwas weiter aber mit gut begehbaren Pfaden, wurde uns empfohlen. Und es war auch einiges einfacher.
Das war ein strenger, aber wunderschöner Tag, der im Hause der Familie Chimbo mit einer wunderbaren Dusche im Freien endet.

Ein tragischer Abschied

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Ein unfassbarer, schwerer Moment

Ein Notruf aus dem Lehrerhaus aus dem Wald, ca 50 Autominuten weg von Tena, riss uns aus dem Alltag: Hilfe, wir haben ein Kind hier im Sterben. Dies waren die Worte einer unserer Leher Voluntären. Sofort haben wir 911 alarmiert um Kontakt mit den Voluntären aufzunehmen. Leider war alles zu spät. Ein 5 jähriges Mädchen starb durch die folgen eines dummen, jedoch unvermeidlichen Unfalles.
Die Tatsache dass ein Kind unter uns gestorben ist ist unfassabar.
Abmulanzen hier holen niemanden ausserhalb von Tena ab. Daher musste das Kind per Taxi ins Spital Tena gefahren werden.
Der Ämtergang danach war langiewerig, kompliziert und zusätlich schmerzhaft für die betroffene Familie. Glücklicherweise hatte ich gute Kontakte um dies etwas zu vereinfachen. Byron und ich haben versucht die Familie so gut wie möglich zu unterstützen. Jedoch nichts kann den Schmerz eines solch schwerden Verlustes gut machen.
Mit der Mithilfe von Byrons Familie wurde eine kleine Beerdigung organisiert. Es wurde ein Balsenholz-Floss gebaut und zusammen haben wir Blumen im Wald gesucht um damit das Floss zu schmücken.
Am Sonntag morgen wurde zum letzten mal Abschied genommen. Zusammen mit dem selbstgebauten Floss liessen wir uns in einem Kanu den Rio Arajuno runtertreiben um dieses Kind zum letzten mal zu begleiten.

Es ist schwer zu ertragen, da wo Gut eine Punkt gesetzt hat keine Fragezeichen zu setzen.
Wir wünschen der ganzen Familie viel Kraft und viel Zuversicht für Zukunft.

Ausflug in die Sierra

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Für meinen Zahnarzttermin muss ich nach Quito. Das heisst, 6 Stunden mit dem Bus. Und wenn ich schon mal da bin nehme ich mir auch Zeit die Bergregion etwas zu besuchen. Byron hat mich auf die Tour nach Otavalo, Cotacachi, Quiroga, der Lagung Cuicocha begleitet. Eigentlich ist ja Regenzeit in der Sierra. Und es hat auch viel geregnet. Aber wir haben die genau richtigen Momente zwischendurch erwischt. Diese faszinierende Bergwelt über 2300 müM mit seinen grünen Hügeln und dem perfekt klaren Licht.

Familienbesuch in Talag

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Das Haus der Familie in Talag

Rund um Tena finden sich viele kleine Dörfer, sogenannte Comunidades, draussen im Wald. Eines davon ist Talag. In der Zwischenzeit kenne ich doch viele Leute und ein Besuch hier ist immer willkommen. Es braucht keine Voranmeldung, alles geht unkompliziert. Man geht einfach mal vorbeit. Etwas Esswaren und Güter für den Haushalt sind immer willkommen. Es wird geplaudert, meist geht man raus in den Wald oder auf die Felder. Irgendwie läuft alles immer spontan und ruhig ab. Abends sucht man sich irgenwo im Haus ein Langer oder oft wird einem eine Matraze angeboten. Einfache, unkomplizierte, magische Momente.

Osterwochenende

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Schlaftrakt im Haus der Familie Chimbo

Für das Osterwochenende ist, gleich wie in der Schweiz, etwa alles unterwegs. Misahuallí einer der letzten, leicht erreichbaren Orte im Jungel, ist daher ein beliebtets Ausflugsziel für viele Ecuadorianer. Das sind sich auch die Indigenen bewusst. Viele Huaorani Indianer kommen von weit aus dem Wald her um in dieser Zeit ihre wunderschönen Handarbeiten feil zu halten.
Ich hab wieder einige Tage mit der Kichwa Familie Chimbo draussen verbracht.

 

Sonntagsbesuch bei der Familie Chimbo

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Meine Arbeit hier im Moment verlangt das ich in Tena wohne. Hier gibt es Internetanschluss und Zugang zu den öffentlichen Ämtern. Tena ist zwar wirklich keine Stadt aber auch nicht richtig Urwald. Mich zieht es immer wieder raus in die Wildnis. Da fühle ich mich richtig wohl und zuhause. Die Familie Chimbo ist daher öfters mein Ausflugsziel, Tena zu entfliehen.
Mit Reis, Zahnpaste, frischem Gemüse, Brot bepackt geht es dann raus mit Bus, nach Misahualli und von da weiter mit dem Kanu nach Pukaurcu. Die 12 köpfige Familie ist soetwas wie meine Familie in Ecuador geworden. Ein Ort wo ich mich immer herzlich empfangen fühle.

SABER Y CRECER Grundstück-Suche

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Während meines bald 4 jährigen Aufenthaltes hier in Ecuador hat sich mein Gedanke an ein eigenes Projekt mehr und mehr vertieft. Dieses Land ist reich an Natur, Bodenschätzen und Kultur. Was fehlt ist Bildung. Das aktuelle, neue Bildungssystem ist zwar auf gutem Niveau angesetzt. Was jedoch fehlt sind klassifiziertes Personal. Ein Mix von Lehrern mit einer schlechten oder gar fehlenden Ausbildung, viele Eltern die noch nie eine Schule abgeschlossen haben bieten Studenten eine schlechte Basis den Lehrstoff, der nach Boligna angesetzt ist, umzusetzen. Die Idee meines Projektes ist genau da anzusetzen. Viele Studenten schliessen heute zwar mit Ach und Krach die Grundschule ab. Aber danach darauf aufzubauen scheitert oft.
Die Idee ist es diese Studenten hier abzuholen.
Die Gründung eines Studenten-Lehrer-Hauses dient als Begegnungzentrum und Ort des Wissensaustausch zwischen Indigenen und unserer Welt.
Angebote:
– Unterstützung von indigenen Jugendlichen zum Eintritt in die lokalen Universitäten
– Unterstützung der Universitäten mit Kursen und Weiterbildungen durch Voluntäre
– Organisieren und Suchen von Praktikastellen
– Begleiten von Studenten mit Tutoring durch Voluntäre
– Kost, Logie und Finanzierung von 5-10 einheimischen Studenten für die Universität
– Wohnungsangebot für Lehrer und Doktoranten aus dem Ausland (Quersubvenionierung, Wissensaustausch)
– Haus bietet eine Infrastruktur für diese Bewohner: Studienräume, Ess-Saal und Küche,  ca 20 Studios, ein Ambiente zum lernen und begegenen.
– Studienräume und Internet-Computerinfrastruktur.

Idee ist es dieses Projekt ab diesem September starten zu lassen. Das Projekt soll initial mit Spenden finanziert werden, jedoch mindestens nach 2 Jahren selbsttragend sein.

Also, wir sind voll in den Startlöchern und am Vorbereiten. Die Organisation ist schon gegründet SABER y CRECER (Wissen und Wachsen)
Weitere Informationen folgen.