Kichwa Hochzeit in Santa Rosa

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Es war eine einmalige Gelegenheit an einer Kichwa Hochzeit teilzunehmen. Daher habe ich sofort zugesagt. Das Patenkind von Violeta Chimbo, Byrons Mutter, hatte zur Hochzeit eingeladen. Ort der Handlung war Santa Rosa, ca 2,5 Stunden flussabwärts von Misahuallí mit dem Kanu.
Also, letzten Samstag ging es los. Per Bus nach Misahuallí und da wartete auch schon  morgens um 8 Uhr die Familie Chimbo, bepackt und bereit im Kanu auf uns.
Los ging es flussabwärts. Und dies ist keinenfalls ein einfaches Unterfangen. Der Fluss, Río Napo verzweigt sich immer wieder an vielen Stellen in viele Nebenflüsse, Sandbänke und Kiesfelder. Mehrere Male mussten wir umkehren weil wir den Hauptfluss verpasst hatten.
Aber wir haben es in 2,5 Stunden geschafft in Santa Rosa heil anzukommen.
Die Begrüssungen hier sind für unsere Begriffe immer sehr langsam.
Man kommt an, wartet; erst mal kommen Kinder; schauen scheu; man spricht nicht; dann kommen Erwachsene langsam; man berät und wartet auf den verantworlichen der Einladung. Langsam spaziert man dann Richtung Dorf. Setzt sich irgendwo in einen schattigen Platz. Gesprochen wird kaum. Eben warten.
Ich wollte Initiative erfreifen und mich rumfragen wo der verantwortliche, die Person die uns eingeladen hat, wohnt. Habe aber bemerkt, dass dies nicht dem hiesigen Codex entspricht. Man wartet einfach bis jemand kommt und einlädt.
Das geschah dann auch nach einer langen Weile warten. Der Vater der Braut lädt uns in sein Haus ein und informiert, dass das Fest um 13:00 beginnt.
Dies gab mir genügend Zeit, mein Zelt aufzuschlagen, denn die Hütte war schon voll mit Gästen besetzt.
Zum Fesbeginn, auf dem Festplatz wurde dann sofort Chicha serviert (alkoholhaltiges traditionelles Yukagetränk).
Wie in allen traditionellen Kichwa Feste setzte man sich im Kreis hin und die Akte des Festes wurden in der Mitte ausgeführt, wie Tänze des neu vermählten Paares, mit den Eltern und Paten, Geschenkübergaben, Glückwunschübergaben etc.
Essen gab es mehr als reichlich. Pro Kopf wurde zusammen mit einer Schale Reis, ein ganzes gekochtes Hühnchen, einen getrockneten Fisch und Teile von Carne de Monte (gekochter Affe) gereicht. Dazu gab es reichlich Flüssiges. Immer wieder Chicha und natürlich viel Bier und Schnaps. Schon um 20:00 lagen die ersten Alkoholleichen umher. Und natürlich wurde viel getanzt und gelacht.
Um Mitternacht dann, suchte ich mein Zelt auf. Herrlich da draussen im Wald in der Wildnis zu schlafen.
Als ich morgens um 7 Uhr aufwachte war das Fest immer noch im vollen Gange. Um 10 Uhr immer noch. Um 12 Uhr immer noch und unser Kanufahrer irgendwo im Alkohol-Koma.
Ich wollte zurück nach Haus. Andere Kanus zurück gab es nicht.
Wir informierten uns wo die nächst Strasse zu finden sei.
In zirka einer Stunde Fussmarsch Richtung Berge, wurden wir informiert. Und so machten wir uns zu dritt auf den Weg. Und tatsächlich fanden wir zur Strasse, und sogar mit dem Glück, dass da ein Bus war der uns in einer 3,5 Stunden Fahrt zurück nach Tena brachte. Müde aber glücklich kamen wir abend in Tena an. Ein strenges aber tolles Erlebnis.

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Cascada S/N – Wasserfall ohne Namen

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Vorbereitung des Gepäcks für die Wanderung

Der Jungle um Tena bietet viele unentdeckte Juwelen. Ein davon ist ein Wasserfall ausserhalb vom Dorf Talag. Es gibt viele Geschichten von diesem Wasserfall aber niemand scheint genauzu wissen wo dieser genau ist. Dies war das Ziel unserer Wanderung.
Zusammen mit Bekannten die in dieser Region wohnen, haben wir uns am Freitag morgen auf den Weg gemacht. Gewappnet mit Zelt und Essvoräten, Patricio unserem Guide und einigen Jugendlichen aus dem Dorf.
Anfangs ging alles leicht. Erst auf Wegen, dann Pfaden die immer kleiner und kleiner wurden, die uns tiefer und tiefer in den Jungel führten. Der Guide kannte den Ursprungsbach des Wasserfalles. Und da wir irgendwann keine Pfade mehr ausmachen konnten, hat der Guide sich entschieden den Bach aufwärts zu wandern. Dies mit 20 kg Gepäck auf dem Rücken brachte mich wirklich an Grenzen.
Knapp vier Stunden durch dieses unwegsame Gelände, nach vielen Umwegen und „gleich sind wir da“, erreichten wir die Wasserfälle. Ich tot müde.
Der Guide und die Kinder entschieden sich noch am selben Abend ins Dorf zurückzukehren.
Zwischen zwei Wildbächen, die den Wasserfällen entsprangen, spannten wir unser Zelt auf. Nachtessen und dann war einschlafen zu den Geräuschen der Wildnis angesagt.

Der Rückweg war einiges leichter und dank unseren aufgenommenen GPS Koordinaten fanden wir den Weg einfach zurück.
Es waren strenge 24 Stunden für mich, aber diese einzigartige, unberührte Natur hat dies bestens kompensiert.

 

Indi Churris. Kinder der Sonne

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In der Umgebung von der Jungle-Kleinstadt Puyo gibt es eine Kichwa Gemeinschaft „Indi Churris“ (Kinder der Sonne) die sich und ihre Kultur der Kichwas presentiert.
Zusammen mit 3 Studenten der Universität Amazonas in Puyo, haben wir uns entschieden an einem freien Tag diesen Ort zu besuchen.
Rund um Puyo kann man die Narben der Zerstörung durch Landwirtschaft klar erkennen. Aber weiter draussen findet man doch endlich wieder die urtümliche, intakte Regenwald-Landschaft. Unser Ziel, „Indi Churris“, liegt im abgelegenen Tal Ponoma, ca 40 km ausserhalb von Puyo.
Hier gab es nicht nur viel über die Kichwa Kultur zu sehen, sondern auch Spass mit der Riesenschaukel, umherirren in handgegrabenen Hölen und Erholung unter erfrischenden Wasserfällen.

 

Grundstücksuche

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Grundstücke gibt es hier viele. Noch sehr viel Land hier im Amazonas Regenwald ist nicht erschlossen oder gar noch nicht erfasst.
Als Ausländer Grundstücke zu erwerben ist relativ einfach, jedoch sind die Preise gleich mal 10 bis 100 mal höher. Mir wurden Grundstücke zu Fantasiepreisen angeboten, Grundstücke die jemandem anderen gehören, Grundstücke die per Gesetz nicht bebaubar sind, Grundstücke die in Gefahrenzonen sind.
In der Zwischenzeit kenne ich jedoch viele Leute hier und das Vertrauen ist da, dass ich auch gute Grundstücke zu einheimischen Preise kriege.

Nach viel geduldigem Suchen habe ich nun endlich ein ideales Grundstück gefunden.
In stadtnähe, erschlossen mit Strom, Internet, Wasser und ÖV, mit Zugang (ist hier nicht selbstverständlich), in einer sicheren Umgebung. Das fast 6 ha grosse Grundstück ist zu 100% virgen Regenwald. Die Idee ist es, mit möglichst wenig Impakt das Grundstück zu erschliessen und minimal zu bebauen. Der Rest soll bis auf wenige Erschliessungspfade, in Form von Waldlehrpfaden, genutzt werden. Dies war ein ewiger Traum von mit, einen Park zu erstellen um Leuten zu zeigen wie wundervoll, komplex und lebenswichtig unsere Natur ist.

Wir hoffen bis nächste Woche die Verträge abschliessen zu können. (Eine juristisch, akrobatische Herausforderung). Zum Glück habe ich Eduardo, ein guter Anwalt-Freund von mir. Ohne ihn wäre ein solcher Kauf fast unmöglich.

 

Reise zum Tío – Otavalo/Quito

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Sigi
Es scheint als ob die Zeit immer schneller und schneller geht. Nur noch wenig Zeit bleibt für die «Tío Reise».
Da wir beide Grossstädte nicht gut mögen haben wir uns entschieden direkt von den Galapagos, über Guayaquil und Quito, in das Kleinstädtchen am Fusse des Vulkanes Imbabura, Otavalo zu reisen.
Hier haben wir in 2 Tagen die Umgebung und das Städtchen ausgekundschaftet.
Dann ging es zurück nach Quito. Eine kleine Stadttour rundete diese 3 Wochen zusammen mit Julia ab. Es war eine tolle Zeit. Danke.


Julia Wie Tío bereits erwähnte ging unsere Reise direkt weiter nach Otavalo. Ich durfte nach einer spektakutlären Taxifahrt den parque del condor besuchen. Eine Vogelschau inkl. Vögel welche ihr Teretorium verteidigt haben stand auch noch auf dem Program. Via dem Markt ging es zurück ins Hotel – natürlich habe ich auch etwas gekauft. Quito ist wie Guayaquil lauft und lebendig, aber es hat einen schönen Markt. Leider ist meine Zeit in Ecuador schon vorbei und es heisst Kofferpacken… Ich bin aber definitiv nicht das letzte Mal hier gewesen.
Danke Tío für die unvergesslichen Erlebnisse.

 

Reise zum Tío – Galapagos

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Julia
Ich bin mit grossen Erwartungen nach Galapagos gekommen, man hört sehr vieles über diesen Ort und malt sich sein eigenes Bild im Kopf aus wie es sein könnte. Meine Erwartungen wurden übertroffen. Es gibt sehr viel zu erleben und anzuschauen, von der teuren Tour bis zum Gratistag mit dem Velo einmal quer über die Insel oder am Strand mit den wilden Tieren die Seele baumeln lassen.


Sigi Auch für mich war es das erste mal auf den Galapagos Inseln. Auch meine Erwartungen wurden übertroffen. Wir haben spannende und erlebnisreiche Tage auf der Insel Santa Cruz in Puerto Ayora erleben dürfen. Ich denke die Bilder sprechen für sich selbst.
Ich bin auf jeden Fall nicht das letzte mal auf dieser Insel gewesen.

Reise zum Tío – Guayaquil

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Sigi
Wieder eine spektakuläre Busfahrt führt uns über den Cajas Pass (4200müM) runter nach Guayaquil auf Meereshöhe. Guayaquil war nur als Zwischenstopp geplant um von da aus den Flug auf die Galapagos anzutreten.
Trotzallem geniessen wir eine kurze Stadtbesichtigung, bevor wir am nächsten Tag weiterfliegen nach Santa Cruz, Galapagos.


Julia Grossstadtfeeling in Ecuador. Guayaquil ist eine Stadt mit zu vielen Autos und Menschen, jedoch mit einem gewissen Charme. Die Altstadt sowie der Leuchtturm Faro sind sehr empfehlenswert – inklusive einem Outdoorfitnessprogram von 444 Treppenstufen. Eines weiss ich mit 100% Sicherheit, mein Magen verträgt Strassen- / Einheimischenküche, aber kein Fast Food.