Unfreiwillige Ecuador-Reise

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6 stündige Nachtfahrt mit der Ambulanz nach Ambato

Eigentlich wollte ich ein ruhiges Wochenende verbringen. Jedoch erreichte mich am frühen Morgen ein Anruf meiner Kollegin Elisabeth aus PukaUrku.
Sie hat sich ihr Fuss gebrochen und liegt im Spital.
Zusammen mit Byron gingen wir in ihr Haus um ihr die wichtigsten Sachen für ihren Spitalaufenthalt zu bringen.
Im Spital wurden wir jedoch informiert, dass Elisabeth nach Ambato transferiert werden muss und dass die Ambulanz schon unterwegs sei.
Aus rechtlichen Gründen muss bei einer Ambulanzfahrt immer ein Familienmitglied dabei sein. Da dies nicht verfügbar war, sind ich und Byron schnell eingesprungen. Ich als Ehemann und Byron als ihr Sohn. Obwohl dies eigentlich ganz offensichtlich nicht stimmt wurde vom Spital eingewilligt.
Aufgrund von heftigen Erdrutschen und verschütteten Strassen hat sich die Ambulanz fahrt von 3 auf 6 Stunden verzögert.
3:00 Uhr morgens kamen wir dann endlich im JESS Spital in Ambato an. Ein uneinladender riesiger Komplex den ich hoffentlich nie als Patient besuchen muss.
Als Elisabeth dann endlich einquartiert war und ich das Zimmer verlassen wollte war kein Mensch auf der Etage um mich aus diesem labyrinthartigen Spital herauszubegleiten.
Nach ca. 15 Minuten ratlosem umherirren in diesem Menschenleeren Spital, fand ich endlich Byron der inzwischen im Wartesaal eingeschlafen war.
Da eine Rückfahrt wegen den verschütteten Strassen unmöglich war suchten wir uns morgens um 4 am ein Hotel.
Um dies nicht als an stressiges Erlebnis in Erinnerung vertiefen zu lassen, haben wir uns kurzfristig entschieden die Stadt Ambato für 3 Tage zu geniessen.
So, letztendlich war aus dem ganzen ein für uns ein spezielles spannendes Erlebnis geworden.
Nur wenige dürfen eine Nacht lang in einer Ambulanz duch Ecuador kurven 🙂

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Landsuche Sapo Rumi

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Sapo Rumi liegt ausserhalb von Tena. Es ist inzwischen relativ teuer geworden gute Grundstücke in Tena zu finden. Sapo Rumi liegt ca 15 per Bus ausserhalb von Tena. Der Ort ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen und vorallem wunder schön gelegen. Ein kleiner, klarer Fluss durchzieht die Comunidad und sanfte Berge umrahmen den Ort. Auch der ansässige Kichwa Stamm ist sehr offen und freundlich.
Mal sehen was sich ergibt.

Abschied für einen Monat

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Anfang Mai werde ich für einen Monat in die Schweiz fliegen. Es stehen viele Sachen an die ich erledigen muss. Und natrürlich freue ich mich sehr meine Geschwister aber auch Freunde besuchen zu können.
Ich hoffe das Frühlingswetter macht weiter so, sodass ich einige Sonnentage in der Schweiz erleben kann.
Dieses Wochenende war ich draussen in verschiedenen Comunidades um mich für einen Monat zu verabschieden. So manchmal fühle ich mich an zwei Orten zuhause. Die Leute hier sind mir schon auch ans Herz gewachsen.

 

Kanufahrt auf dem Río Napo

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Tena liegt zwar am Fusse des Amazonas Beckens. Aber um wirklich sich draussen im Wald zu fühlen muss man raus aus der Kleinstadt Tena. Und da gibt es unendlich viel Natur.
Dieses Wochende ging es raus nach Misahuallí und von da runtern den Fluss Río Napo zu Besuch in einem kleinen Dorf.
Es war ein heisser Tag und der Fussballmatch mit den Kindern sorgte für zusätzliche Schweisstropfen. Darum begeisterte mich der Vorschlag runter an den Fluss zu gehen und mit einem Ruderkanu zur Lagune zu gehen um zu baden.
Obwohl ich im reissenden Fluss, in diesem kleinen Kanu, nicht wirklich wohl fühle, macht es immer wieder Spass. Die Jugendlichen kennen ja die Gefahren des Flusses und darauf verlasse ich mich einfach.

Gemeindeversammlung im Dorf Selva Amazónica

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Als Mitglied der Stiftung SelvaViva wurde ich zur ofiziellen Gemeindeversammlung im Dorf SelvaAmazónica eingeladen. Thema war die Erschliessungsstrasse, die durch das Gebiet von SelvaViva raus in die abgelegenen Dörfer führt.
Als weisser bin ich immer gerne eingeladen, hauptsächlich auch um gegenüber den Politikern mehr Authorität und Gewicht zu demonstrieren.
Eingeladen waren alle umliegenden Dörfer und die lokal verantwortlichen Politiker.
Das Hauptanliegen war, die einzige Zufahrtsstrasse endlich zu asphaltieren. Nicht allzuoft sind diese Gebiete unzugänglich wegen kaputten Strassen und Brücken.
Der Frust der Anwohner gegenüber den Behörden war spürbar agressiv.
Die Anliegen wurden wie bei uns an den offenen Gemeindeversammlungen vorgetragen.
Vorallem die Frauen haben ihren Frust klar markiert: Kinder die nicht zur Schule gehen können weil die Strassen kaputt sind, Marktware die nicht ausgeliefert werden kann und so kaputt geht, vergiftetes Land und Wasser wegen den Petrolgewinnung. Das sind klare und grundlegende Anliegen.
Die Politiker beschwichtigen und verweisen auf die fehlenden Finanzen und die Verwaltungsabläufe.
Die Korruption ist gross und die Spannung zwischen den Verwaltern und den Einheimischen entsprechend angespannt.
Ich hoffe das bald gute Lösungen für dieses Gebiete gefunden werden.

Reise durch Colombia

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Das Leben hier in der Geborgenheit des Waldes, mit dem einfachen Lebensstil schätze ich sehr. Und doch brauche ich hin und wieder einen Tapentenwechsel.
Geschehen dieser Abwechslung war dieses mal Colombia.
Südamerika ist grösser als ich mir das vorgestellt habe und die Distanzen dementsprechend. Zusammen mit Byron habe ich die Reises angetreten.
Reise mit dem Bus nach Quito (6 Stunden), dann in die Grenzstadt Tulcan (5 Stunden), dann Grenzüberquerung mit Taxi plus stundenlanges Warten am Ausreisezoll in Ecuador (6 Stunden), dann im Taxi nach Ipiales, die nächstgelegene Stadt in Colombia an der Grenze (1 Stunde) und dann wieder im Bus bis nach Cali, eine hübsche Kleinstadt im Süden von Colombia (12 Stunden).
Die Eindrücke in Colombia waren anders als in Ecuador. Leute sind gesprächiger, lauter und offener aber auch agressiver und intensiver. Alles scheint gepflegter und fortschrittlicher als bei uns im Wald. Und das Essen . . .  hmmm . . . so viel besser 🙂
Ziel der Reise war die Nordküste Colombias, die Karibik. Eine weitere Busreise war mir zuviel und die Flüge in Colombia sind recht günstig. So haben wir uns für die Flugvariante entschieden.
Santa Marta war die erste Destination, eine touristen Strand Stadt in der Karibik.
Darauf folgte der Park Tayrona, eine eindrückliche Natur-Kulissenlandschaft direkt am Meer.
Taganga, als nächste Stadtion war ein kleines Fischerdorf in einer idyllischen Bucht.
Die letzte Stadtion war Cartagena, eine Kolonialstadt mit einer eindrücklichen Festung und Altstadt.
Alles in allem hat mir Colombia gut gefallen bis auf die abzocke Mentalität und die überrissenen Preise. Schade eigentlich.
Aufgrund der aktuell grossen Probleme an der Grenze zu Ecuador haben wir uns entschieden per Flugzeug nach Quito zu fliegen. Der grosse Andrang von venezuelanischen Flüchtlingen auf die überforderten Grenzzölle in Ecuador bescheren bis zu 4 Tagen Wartezeit. Auf dieses Abenteuer hatte ich keine Lust mehr.

Hier meine Eindrücke:

Dorffest in Chuya Yaku

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Eine der vielen kleinen Dörfer feierte das letzte Wochenende sein 4 jähriges, amtlich beglaubigte Bestehen.
Chuya Yaku, ein Dorf von ca 150 Einwohnern, eingebettet in den sanften Hügeln um Archidona.
Dieses Fest hat jedoch sehr speziell angefangen. Als ich ankam war es still im Dorf. Keine Musik … das ist sehr ungewöhnlich für ein Kichwafest. Grund dafür war ein Stromausfall.
Reklamieren oder Ausrasten? Nein. Es wird einfach mal gewartet, geplaudert und improvisiert. Obwohl schon viele Leute da waren, war das Dorf wie in eine angenehme Stille eingehüllt. Einige haben angefangen Fussball zu spielen bis es so dunkel war, dass man den Ball nicht mehr sehen konnte. Kinder rannten umher und spielten. Auch im Dunkeln hielt diese emsige, ruhige Atmosphäre an.
Dann um 20:30. Puff. Und es war Licht.
Und dann war es auf einen Schlag wie die meisten Feste hier:  Überlaute Kichwa Musik, viel Tanzen und leider viel Trinken.
Was anfangs immer noch lustig ist, endet fast immer in einer traurigen Kulisse. Taumelnde, stockbetrunkene und verwirrte Leute, apatisch wirkende verwirrte Kinder, Geschrei, Streiten und alles überschallt mit betörender Musik.
Ich versuche immer kurz vor diesem excessiven Moment das Fest zu verlassen.