Eine traurige Geschichte

Busstation Centienal Tena
Busstation Centienal Tena

Diese geht etwas länger und hat mich sehr beschäftig.
Wie jeden Donnerstag haben wir im Studentenhaus Mathe-Unterricht. Alle sitzen im Studienraum und gemeinsam machen wir Mathe auf spielerische Art und besprechen spezifische Matheprobleme. Es herrschte gute und ausgelassene Stimmung. Nach dem Unterricht packte ich meine Sachen zusammen und besprach noch ein paar Fragen mit einigen Studente, rannte schnell in mein Zimmer und deponierte meinen Computer und Schulunterlagen. Da bemerkte ich, dass irgenwass in meinem Badezimmer weghuschte. Ich ging in mein Bad und fand eine Schülerin von mir in meinem dunkeln Badezimmer. Sie zuckte zusammen und auch ich war sichtlich überraschte. Ich fauchte sie an: „Was machst du in meinem Zimmer. Du weisst genau das du hier nichts zu suchen hast.“ Sie beugte sich nach vorne und klagte über hässliche Bauchschmerzen. Ich beorderte sie sich hinzulegen. Erkannte in diesem Moment Geldnoten in ihrem BH versteckt. Ich mach dir Tee wenn das so ist und ich ging schnell in die Küche. Als ich zurück kam lag sie sichtlich leidend auf dem Bett. Das Geld in ihrem BH war verschwunden.
Ich erzählte ihr über meine Beobachtung und das ich ihr ihre Lügen-Geschichte nicht abnehme. Auf die Frage wo das Geld ist schwieg sie. Ich war wütend und schickte sie in ihr Zimmer mit dem Auftrag sich in Ruhe zu überlegen was sie mir zu sagen habe.
Glücklicherweise habe ich Eduardo, eine Hilfe im Haus, der spanisch als Muttersprache hat.
Ich sah sie nicht mehr bis zum Nachtessen. Da kam sie in heller Laune lachend, als ob nichts passiert wäre.
Nach dem Nachtessen konfrontierte ich Lesly mit diesem Vorfall. Ich machte sie darauf aufmerksam, dass sie für Lügen und stehlen das Haus fristlos verlassen müsse und gab ihr eine Chance ihre Geschichte zu revidieren. Sie bestand auf ihrer Version.
Sofort ruf ich die Mutter an um hie vorstellig zu werden.
Am folgenden Morgen hinterliess das Kind einen Brief mit dem Inhalt, dass sie nicht in die Schule gehen werde und Weglaufen werde. Natürlich ging ich sofort zur Schule und glücklicherweise war sie da.
Das Gespräch mit der Mutter war herzzerreissend. Sie entschuldigte sich bei mir, die Tochter jedoch nicht. Auf die Frage wie viel sie gestohlen habe und ob sie verstehe was sie hier tue kriegten wir nur ein ausdrucksolses Schweigen.
Ab sofort bestimmten wir, dass jeglicher Ausgang gestrichen ist und das sie nur noch in Begleitung mit ihren Schulkameraden in und zurück von der Schule gehen kann.
Schon 2 Tage später kam sie 1 Stunde zu spät nach Hause. Die Entschuldigung war, dass sie Nachsitzen musste.
Am nächsten Tag gingen wir gemeinsam in die Schule und ich befragte den Lehere, zusammen mit Lesly ob sie wirklich Nachhilfestunden hatte. Der verneinte ganz klar. Lesly schlug mit weiteren Ausweglügen um sich die wir alle widerlegen konnten bis sie einfach schwieg.
Viele weitere Schulbesuche standen an diesem Tag an und somit konnten ich und Eduarod dieses Geschichte mal vorläufig nicht abschliessen. Vorslchtshalbe jedoch installierten wir im Zimmer eine laufende Kamera und liessen unsere leere Geldtasche im Zimmer.
Und das unbelehrbare Kind trappte tatsächlich in die Falle. Noch am selben Tag und während andere Jugendliche und Lehrer im Haus waren, ging sie in mein Zimmer und durchsuchte vor laufender Kamera die Geldtasche.
Obwohl ich nun die Fakten kannte waren die Bilder schockieren für mich. Für mich war somit der Fall beendet. Hausarrest bis die Eltern sie abholen. Ich informierte Sie das sie nicht mehr in die Schule gehen müsse und verbarachte den ganzen Tag mit Lesly. Sie musste unter meiner Aufsicht das ganze Haus putzen. Ich begleitete sie in der Hoffnung das sie irgend wann mal öffente und zu sprechen beginnt. Am Nachmitag kam die Mutter. Mir tat die Mutter leid, weil ich wass, dass die Erziehung ihrer Kinder allein ihr überlassen ist. Ein weiteres Mal versuchte ich zusammen mit der Mutter Lesly einen Ausweg zu geben und sich zu erklären und Reue einzugestehen.
Die Antwort die nach langem Warten kam war eine weitere Überraschung. Das Mädchen gestand von 2 schwarzen Kerlen die sie im Internet kennen gelernt hat, auf dem Schulweg für Geld und Geschenke erpresst zu werden. Ich war schockiert. Ich informierte sofort die Polizei und die waren innerhalb von 15 Minuten hier. Das Mädchen, die Mutter und ich wurde befragt und alle Informationen wurden zu Protokoll genommen.
Ab sofort begleitete ich Lesly zur Schule und holte sie Mittags ab. Lesly bekam die insturktionen die Schule nicht zu verlassen bis ich sie abhole.
Schon am 2 Tage, als ich Richtung Schule ging um sie abzuholen kam sie quietschfidel zusammen mit Ihren Freundinnen mir halbweg entgegen. Auf die Frage wieso sie nicht in der Schule auf mich warte kam nur ein Schulterzucken und irgendwelche Ausreden.
Es stellte sich heraus, dass auch diese Geschichte mit der Bedorhung eine weitere Lüge war.
Ich war komplett schockiert. Dieses Kind hat sich alle Chancen auf eine einigermassen vernünfitge Bildung und Zukunft endgültig vertan. Ich war mehr als wütend. Begleitete sie nach Hause. und beorderte Sie ihr Zimmer sofort zu räiumen. Da die Mutter nicht kommen konnte, begleitete ich sie zum Bus und wartet bis sie einstige und diese Stadt verliess.
Ihr Reaktion war ausdruckslos, wie immer. Keine Reue, keine Emotionen, nix.
Auch von den Eltern kam keine weitere Reaktion. Die Frage wie sie das Geld zurück erstatten werde und ob sie einsehe was sie hier verbrochen habe folgt nur ein Schulterzucken.
Wir informierten die Schule, dass wir ab sofort für Lesly nicht mehr zuständig sind und liessen uns diesen Brief gegenunterzeichnen. Erste Reaktion der Schule war: Hat sie auch zuhause gestohlen? In Gesprächen mit Lehrern und Inspektoren stellte sich heraus das die Schule scheinbar in solchen Fällen nichts unternehme kann, ausser der Jugendliche wird auf frischer Tat ertappt.
Auch meine Vorgänger hier im Studentenhaus wurden von ihr bestohlen. Nach meiner Berechnung beläuft sich die Summe über weit mehr als 300 USD. (Monatliches Durchschnittseinkommen hier ist ca 500 USD)
In den Gesprächen mit meinen anderen Studenten hat sich rausgestellt das diese auch bestohlen wurden. Aber aus Rücksicht auf ihre Kollegin und ihrer Familie haben sie geschwiegen. Gar schlimmer, sie wussten die ganze Zeit, dass Lesly gestohlen und gelogen hat. Aber niemand wollte die Schuld auf sich nehmen und sie verpetzen.

Mein rücksichtsvolles Verhalten, Chancen geben, versuchen Probleme zu berden, wird hier belächelt. So, OK, wenn du mir noch ne Chance gibtst, vielleicht wird dann die ganze Sache vergessen. Ich nehme so lange du mir gibst. Und wenn du mir nicht mehr gibst finde ich jemanden anderen der Mitleid hat mit mir. Es zeigte mir wieder einmal, wie klar wie wichtig unsere Kulturellen hintergründe sind. Wir sind nicht alle gleich wir haben verschiedene Mechanismen, Denkweisen. Dies ist nicht um Personen zu werten, jedoch sich bewusst zu sein, das meine Denkweise, obwohl wir die selbe Sprache reden, komplett von der eines anderen weit abweichen kann.
Diese Geschichte hat mir sehr viel Energie und schlimmer noch Vertrauen in diese Gemeinschaft geraubt. Ich bin froh dass ich in 3 Wochen diese Arbeit ablegen kann.

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