Ein gefährlicher Geburtstag

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Da draussen im Wald ist immer was los. Es gibt immer irgend einen Grund zum feiern. Eines der Probleme jedoch ist wie man nach dem Fest wieder nach Hause kommt.
Edison, einer der Mitarbeiter im Amazoonico, lud zu seinem 36 Geburtstag ein. Sein Haus ist auf der Insel, die gegenüber vom AmaZoonico liegt. Das heisst, Abends um 7 Uhr brachte uns ein Kanu rüber zur Insel und dann ein Fussmarsch durch den Wald, ca 20 Minuten zu seinem Haus.
Wie alle Kichwa Feste, sitzt man draussen vor der Hütte im Kreis. Der Gastgeber serviert Chicha (Traditionelles alkoholische Getränk aus Yucca) und immer reichlich Essen. Meist eine Hühnersuppe und Fisch. Wegen  Mangel an Geschirr wurde in Etappen gegessen. Und natürlich viel Getrunken und getanzt. Um Mitternacht war ich so müde, dass ich mich entschied aufzubrechen, obwohl niemand aufzutreiben war, der mich mit einem Kanu hätte zurückfahren können. Drei weitere Voluntäre, die auch komplett übermüdet waren haben sich entschlossen sich mir anzuschliessen. Und so pirschten wir los durch den dunkeln Wald Richtung Rio Arajuno, in der Hoffnung das irgend ein Kanu an den Ufern des Flussen gefunden werden könnte. Dem war aber nicht so. Draussen zu übernachten war mir zu ungewiss und so entschieden wir uns bei absoluter Dunkelheit zu schwimmen. Also liefen wir einige hundert Meter Fluss aufwärts, sodass wir bei der relativ starken Strömung auf die gewünschte Anlegestelle vom Amazoonico weiter unten treffen würden. Glücklicherweise war in der Hütte neben der Anlegestellle das Licht an und somit hatten wir eine klare Indikation wo unser Ziel war.
Also ab ins Wasser mit Kleidern uns Stiefeln. Es war schon ein unheimliches Gefühl da draussen in absoluter Dunkelheit in einem reissenden Fluss. Die Strömung hatten wir jedoch unteschätzt. Und meine Kollegin kam halbwegs draussen im Fluss in Panik. Ich beruhigte Sie und wir liessen uns einfach flussabwärts treiben, bis wir endlich einen ins wasserragenden Baum erfassen konnten und uns mühselig ans dunkle Ufer ziehen konnten. Meine Kollegin hatte in der Panik ihre Stiefel verloren. Die Uferstelle, komplett dunkel, war eine steile Böschung, dicht bewaldet. Ich wusste glücklicherweise, dass ein Weg landeinwärts sein musste der zurück zum Amazoonico führte. Und so kletterten wir, nur im Schein unserer schwachen Taschenlampen, den steilen Hügel hoch durch unbekanntes Dickicht. Etwa 15 bange Minuten später trafen wir tatsächlich auf den kleinen Pfad, der zurück zum Amazoonico führte. Wir waren ca einen halben Kilometer unterhalb der gewünschent Anlegestelle gelandet.
Was Schlangen und Kaimane anbelangte hab ich mir einfach aus dem Kopf gestrichen um nicht noch mehr Stress zu haben.
Wir sind mit viel Glück und Verspätung doch sehr erleichtert dann im Amazoonico angekommen.
Was für ein Abenteuer.

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Ein Kommentar zu „Ein gefährlicher Geburtstag

  1. Lieber Sigi
    …Abenteuer ist toll, aber wir möchten dich irgendwann heil wieder haben. Vergiss‘ das bitte nicht.
    Schön, dass du uns mit deinen Erzählungen und Bilder ein bisschen mit auf deine Reise nimmst… Ich beneide dich ein bisschen für die Erkenntnisse um Entschleunigung und das Finden eines echten Ichs. Freue mich auf ein Wiedersehen und drücke dich bis dahin fest und wünsche dir „andere“ Weihnachten mit bekannten Erinnerungen aus der Heimat. Liebe Grüsse, Regina

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