Leben mit einer indigenen Familie

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Johnathan am Eingang der Haupthütte

Die letzten paar Tage habe ich mich auf das Abenteuer eingelassen und mit der Familie Chimbo draussen im Wald gelebt. Die Familie ist sehr arm jedoch extrem reich an Lebensqualität. Der Vater fähr ein Motorkanu für Touristen in Misahualli und die Mutter verkauft Früchte und Gemüse im nächstgelegenen Dorf. Kakao und Bananenplantagen bringen ein zusätzliches Einkommen.
Die Familie lebt in einem typischen Kichwahaus, allein draussen im Wald. Die Kichwas kennen in dem Sinne keine Dörfer wie wir. Zwei, aus einfachen Holzbrettern gezimmerte, auf Stelzen stehende Hütten sind das Heim der 10 köpfigen Familie. Eine Hütte bildet das Wohnzimmer, versehen mit einem Tisch und einer Holzbank und abgetrennt davon ist die Küche. Das auf den höheren Stelzen stehende Gebäude ist die Schlafhütte, aufgeteilt in 3 Räume. Möbel gibt es keine. Ein paar Bretter bilden das Bett, das etwas erhöht vom Boden ist um ungewünschtes Unfgeziefer fern zu halten. Matrazen gibt es nicht. Geschlafen wird in den Kleidern, wenn es kühler ist, bedient man sich einer Decke.
Gewaschen, Zähne geputzt und gebadet wird draussen vor der Hütte. Ein Plastikbottich  und ein Schlauch der wie ein Brunnen ständig frisches Wasser liefert erfüllen die Ansprüche. Toilette gibt es keine. Gepinkelt wird um das Haus und für die grösseren Geschäfte geht man weiter raus in den Wald.
Gegessen wird in der Küche am Boden. Mir wurde anfangs der Tisch und die Bank im Wohnzimmer angeboten um mit Byron, seperat von der Familie, zu essen.
Unter einer flackernden Glühbirne wird dann abends zusammengesessen, gelacht, Haare geflochten und jeder erzählt von seinem Tag.
Es gibt eine einfach Primarschule die zu Fuss in etwa 15 erreichbar ist. Die älteren Kinder müssen per Kanu täglich nach Misahualli gefahren werden um die Oberstufenschule besuchen zu können.
Täglich haben wir kleine Wanderungen, durch den Wald genossen. Dies trotz Regen. Voran immer jemand mit Machette um den Weg frei zu machen. Jedesmal waren es faszinierende Erlebnisse.
Doch nach 3 Tagen war ich müde. Die ganze Umstellung, das Leben ohne wirkliche Privatsphäre ist streng und das Schlafen auf dem Boden ist ungewohnt. Auch das simple Essen ist ungewohnt. Die Diät besteht hauptsächlich aus Bananen, Manok, Reis, Fisch und Huhn und Eier.
Auf dem Rückweg hat mir die Mutter Violeta ein Reiseproviant vorbereitet. Ein Stück gekochte Manokwurzel und ein Blatt voll mit lebenden Ameisen als Snack.
Gerührt, fasziniert und innerlich sehr glücklich, aber auch müde reiste ich, per Kanu und danach per Bus, zurück nach nach Tena.

 

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