Grenzen säubern

In Ecuador ist es obligatorisch, die Grenzen regelmäßig offen zu halten, und zwar mindestens einen Meter auf jeder Seite.
Das Grundstück von PAKASHKA-SACHA hat rundherum ca 1,5 km Grenzen. Und das in teilweise sehr schwierigem Gelände. Diese Linien müssen mindestens einmal im Jahr gesäubert werden, da die Vegetation im Amazonas-Regenwald sehr schnell wächst.
Nach einem guten Frühstück ging es los mit dem ganzen Team. In Stiefeln und bewaffnet mit einer Machete für jeden.
Die Arbeit ist intensiv. Nach vier Stunden kehrten wir verschwitzt und müde zum Studentenhaus zurück.
Danke an das ganze Team für den vollen Einsatz.

Bau einer Choza in PAKASHKA-SACHA, Ecuador

Das war der Plan….

Eigentlich sollte es eine Überraschung sein, ich wurde informiert, dass im Studentenhaus PAKASHKA-SACHA ein Bauprojekt geplant ist und ich deshalb eine Kostenaufstellung genehmigen musste.
Bei dem Projekt handelt es sich um eine Choza. Eine Choza ist eine traditionelle Behausung und Küche der Kichwa-Indianer. Charakteristisch für sie sind die Blätterdächer (Paja Toquilla) und die Holz-, Babus-Konstruktion. Eine Choza hat immer eine Feuerstelle in der Mitte des Hauses. Diese dient als Kochstelle, aber auch als Räucherplatz, um Insekten fernzuhalten, Esswaren zu räuchern und ganz wichtig, das Pech und der Ruß der Feuerstelle dichten das Blätterdach regelmäßig bestens ab.
Alle Helfer sind die Schüler und die Eltern einiger Schüler. Herzlichen Dank an alle.
Das Baumaterial konnte hauptsächlich aus dem eigenen Wald von PAKASHKA-SACHA geholt werden.
Ende August wurde mit den Arbeiten begonnen und nun im Oktober wurde das schöne Gebäude fertiggestellt.
Ich freue mich schon darauf, im Dezember dieses Jahres das gesamte Werk vor Ort zu besichtigen und zu nutzen.

Unvorhergesehenes

Begutachtung des Erdrutsches

Wieder dröhnen Maschinen durch den stillen Wald von Pakashka-Sacha. Diesmal wegen unserer Zufahrtsstraße Calle RosaClara.
Extrem starke Regenfälle haben in den vergangenen Wochen in unserer Region zu Überschwemmungen und vielen Erdrutschen geführt. Leider war auch unsere Zufahrtsstraße betroffen. Unmittelbar nach dem Haupteingang rutschte ein Teil der RosaClara-Straße 3 Meter ab. Dies in einem Bereich von etwa 12 Metern. Der Hauptnerv, die Rohre für Wasser, Strom, Telefon und Internet, die unterirdisch neben der Straße verlegt wurden, bereitete mir große Kopfschmerzen. Diese zu ersetzten würde mich sehr teuer stehen zu kommen. Zum Glück waren diese Leitungen so locker verlegt, dass diese nicht durch die Wucht des Hang-Rutsches zerstört wurden.
Mit viel Handarbeit wurden die Leitungen aus dem Morast befreit.
Jetzt wird das gesamte Straßenbett mit Baggern verbreitert und so weit ausgehoben, dass darauf ein gutes Fundament und eine Stützmauer errichtet werden können.
Die Kosten sind soweit nicht abschätzbar aber sie werden mein Jahresbudget total sprengen.

Haarige Pointe

Coiffeur in Banos, Ecuador

Haarschneiden in Ecuador ist günstig, schnell, nicht ganz so sauber aber man kann ja danach duschen :-). Ein Haarschnitt ist ca 3 USD und mit Bart und rasieren ca 5 USD.
Nichts geht auf Voranmeldung. Man sucht sich ein sympatisches Lokal, einen sympatischen Coiffeur und einen einigermassen sauber aussehenden Salon.
Heute war ich bei Herrn Sanches und seinem Gehilfen, seinem 6 jährigen Enkel Henrique. Seine Familie führt dieses, und scheinbar das erste Coiffeurgeschäft in Banos, seit 1949. Das tönt einladend und vertrauenswürdig.
Der kleine Hernique wischt sauber die Haar des Vorklienten weg (was meist nicht gemacht wird. Gewischt wird erst bei Feierarbend, wenn überhaupt) während mich Herr Sanches nach meinen Haar-Stil-Wünschen befragt.
Der Haarschnitt ging schwupp schnell. Haare und Bart und eine Nassrasur.
Zufrieden mit dem Haarschnitt fragte ich nach dem Preis. 8 USD war die Antwort. Hmm… ich wollte gleich was einwenden, da bemerkte der kleine Hernique: Grossvater, hast du deine Preise erhöht?!
Stille. Herr Sanches, rot und verlegen, wollte gleich seinen Preis korrigieren, aber diese heisse Pointe, war es mir wert. Wir lachten und ich bestätigte, dass 8 USD zu viel sein aber, dass es mir diese lustige Geschichte wert war.


Schnelltaufe

Blanca Chimbo mit Mutter und Grossmutter

Es war ein geplanter Besuch meiner Nachbarn, die Familie Chimbo. Ich habe den Damen versprochen dass ich ihnen das neu Haus zeigen werde. Das Haus dass ich auf deren ehemaligen Grundstück habe bauen lassen.
Natürlich kamen nicht nur die 3 Damen sondern der ganze Familien-Clan. Sie alle waren positive überrascht.
Bei Brot und Cola wurde geplaudert und getratscht. Ein guter gesunder und positiver Austausch mit meinen Nachbarn.
Wie gewohnt habe ich am Schluss die Besucher zum Eingangstor begleitet.
Plötzlich drückten die mir die Jüngste, die 3 Monate alte Blanca in meine Armen und fanden dass ich Pate sein soll. Ich lehnte ab, da ich ja nicht viel hier in Ecuador sein werden und da ich ja schon eh mehr als genug Patenkinder habe. Nichts desto trotz wurde eine leere Cocacola Plastikflasche bei einem meiner kleinen Bächlein aufgefüllt und die Blanca wurde kurzerhand in den Armen des neuen Paten getauft.

Bereit für eine Auszeit, ein Abenteuer, eine sinnvolle Aufgabe?

Leben im Amazonas Regenwald

Ich suchen einen Vertreter, Verwalter, Manager für das Studentenhaus PAKASHKA-SACHA im Amazonas Regenwald. Etwas für dich? Oder kennst du jemanden der sich dafür interessieren würde?

Philosoph
PAKASHKA SACHA (Versteckter Garten/Wald) ist ein Studentenhaus, finanziert durch den Verein SABER Y CRCER Schweiz, Verein zur Förderung und Unterstützung der Berufs-,
und Weiterbildung der indigenen Bevölkerung im ecuadorianischen Regenwald.
Oberstes Ziel dieses Projektes ist es, durch Bildung die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes einzudämmen.
SABER Y CRECER setzt sich ein, dass motivierte Jugendliche und Erwachsene mit Potential und Ambitionen, Zugang zu fachlichen Hochschulen haben. Wir möchten Indigenen Jugendlichen die Möglichkeit bieten, sich akademisches Wissen anzueignen, aber auch das Wissen ihrer Kultur zu fördern und bewahren.
Das Studentenhaus PAKASHKA-SACHA wurde genau dafür gebaut und sieht sich auch als Drehscheibe und Zentrum für den Austausch zwischen Kulturen.

Struktur des Projektes
STUDENTEN: Betreuung von 6-8 Studenten in der Berufsbildung die im Studentenhaus wohnen.
WEITERBILDUNG: Organisieren von Weiterbildungskursen
INFRASTRUKTUR: Unterhalt der Infrastruktur PAKASHKA-SACHA, Umgebung und Haus

Arbeitsort
Haus: Das Studentenhaus PAKASHKA-SACHA wurde 2020 erbaut und ist nur unweit vom Zentrum Tena entfernt (5 km).
Das Haus bietet Platz für 6-8 Studenten und für max 4 Volontäre die im Projekt mithelfen.
Es verfügt über einer modernen Infrastruktur, Bäder, Küche Speisesaal, Aufenthaltsräume Waschküche, Innenhof und auch über einen eigenen Schulungsraum

Umgebung: Das Studentenhaus ist von einem ca 6 ha grossen Primärwald umgeben.
Verschieden Wanderwege wurden schon erstellt und erschliessen den hügligen, wilden Primärwald. Kleine Wasserfälle, Höhlen und 3 kleine Bäche zieren dieses kleine Paradies.

Ich suche
Eine verantwortungsvolle Person, Paar oder gar Familie, die das Management des Hauses und deren Abläufe führt und mutgestaltet.
– Betreuung und Koordination der Studenten
– Führung der wöchentlichen Team Sitzungen
– Rapportieren von Geschehen and Direktor in der Schweiz
– Kontrolle der Finanzen
– Einsatzzeit min 6 Monate

Alle Abläufe und Strukturen sind gegeben und müssen eigentlich nur noch umgesetzt und kontrolliert werden. Alle Studenten und eventuelle Volontäre sind in den täglichen Abläufen integriert und eingeteilt:
– Aufgaben im Haushalt werden durch die Studenten selber getätigt. Kochen, Reinigung, Einkauf etc.
– Umgebungsarbeiten werden wöchentlich in sogenannten Mingas gemeinsam erledigt.
– Grössere Arbeiten werden an lokale Handwerker vergeben.

Ziel ist es die Studenten im Alltag zu begleiten und zu Unterstützen. Dies im sozialen aber auch in akademischen Bereich. Das Projekt ist religionsunabhängig.
Sprache im Studentenhaus ist Spanish und Englisch.

Interessiert?
Auf ein persönliches Gespräch würde ich mich sehr freuen.
Siegfried Andermatt
info@saberycrecer.org
Mehr Informationen
www.saberycrecer.org
www.pakashka-sacha.org

Unerwartete, abenteuerliche Wanderung

Blick ins Vulkantal mit dem Rio Pastaza

Eigentlich hat der Tag schlecht angefangen. Ich hatte die ganze Nacht Mühe mit Atmen. Die Lungen erholen sich wie erwartet vom Waldklima und alles löste sich, aber dieser Prozess liess mich kaum schlafen.

Nichts desto trotz haben wir uns entschieden etwas spazieren zu gehen. Eine Medizin die immer gut tut. 

Etwas ausserhalb von Baños gibt es einen Stausee. Ziel war es sich da etwas umzuschauen. Und siehe da. Wir haben einen Saumweg gefunden der auf der ruhigen Talseite, in den steilen Hängen des Vulkantals dem Fluss entlang führt. So entschieden wir uns dem einladenden Pfad zu folgen. 

Schon nach ca. 30 Minuten herrlichem, gemütlichem wandern trafen wir auf einen kleinen Hof. Vor dem Haus eine alte Frau die gerade ihre Wäsche auf dem Steintisch erledigte. Auf unsere Anfrage, ob der Weg weiterführte, begann die Frau uns die Geschichte über diesen Saumweg zu erzählen. Früher war dieser Weg die einzige Verbindung, in den gefährlichen Hängen des Vulkantals, entlang dem Rio Pastaza, runter in den Amazonas Regenwald. 

Die spannenden Erzählungen motivierten uns den doch noch ca 2 stündigen Weg auf uns zu nehmen.
Und die Señora versprach nicht zu wenig. Eigentlich war die Distanz zum Ziel nur 7 km. Aber der abenteuerliche, oft kaum erkennbare Pfad war gespickt mit steilen Aufstiegen in schwindelerregende Höhen. Und die Abstiege über rutschige Steilhänge waren nicht minder. Jeder Aufstieg war aufgrund meiner reduzierten Atmung eine Qual und mit vielen Pausen durchsetzt. Doch als uns am letzten Punkt noch ein steiler Abstieg und ein steiler Aufstieg durch das Tal erspart blieben, dies dank einer wackligen Seilbahn die das Tal überbrückte, war die Wanderung glücklich und erfüllt abgeschlossen.

Die Überfahrt auf der unsicher wirkenden, wackligen und offenen Kabine kostete uns anstatt von körperlichem Stress, viel nervlichen Stress. 

Nichts desto trotz. Es war eine faszinierende Wanderung die dann schlussendlich ca 4 Stunden dauerte.

Wald und Büro

Alles in einem

Bin nun seit einer Woche wieder hier im Studentenhaus PAKASHKA-SACHA. Viel steht an. Administrativer Art aber auch sonst sind viele Sachen die dringend erledigt werden müssen.
Alles verwächst schnell hier sehr schnell und muss regelmässig gewartet werden. Zumindest rund um das Haus. Verschiedene Bäume sind umgefallen und haben unsere Wanderwege versperrte. Mit Hilfe von Freunden konnten die grössten Bäume zerstückelt werden und gar gutes Holz direkt in Bretter gesägt werden, dies für zukünftige Bauaktivitäten.
Ich mag diese Arbeit. Es gibt mir einen guten Ausgleich. Jedoch bemerke ich, dass ich schon jetzt nach einer Woche immer müder und müder werde und mir das Atmen wieder mehr Mühe macht.
Die Ärzte habe mich davor gewarnt und daher nehme ich diesen Rat auch ernst.
Morgen werde ich einige Tage in die Berge reisen, nach Banos de Agua Santa. Hier ist das Klima frühlingshaft, trocken und mild warm. Ich hoffe, dass mir dies die gewünschte Besserung bringt.

Ecuador PAKASHKA-SACHA

Abflug von Zürich Kloten

Der 22. März war der Tag der verspäteten Rückkehr zum Projekt in Ecuador. Geplant war ja Mitte August 2021, aber gesundheitliche Gründe liessen dies nicht zu.
Es war ein perfekter Reisetag, eine perfekte Reisekulisse, so über die klaren Schweizer Alpen fliegen zu können.
In Ecuador erwartet mich erst mal eine Woche Erholung und dann Arbeit im Projekt PAKASHKA-SACHA in Tena.
Und ich war froh dass ich mir dies so eingerichtet habe.
Der Aufenthalt an der Küste von Ecuador in Mompiche, einem kleinen Fischerdorf an der Küste war traumhaft und erholsam. Und dies trotz der endlos langen Busreise.
Der Einstieg, in PAKASHKA-SACHA mit vielen anstehenden Arbeiten und Projekten war steiler als erwartet. Nichts desto trotz, es ist schön wieder draussen im Regenwald zu sein. Eine vertraute jedoch fremde Umgebung.
Ich werde hier sicher bis Ende Mai weilen, bevor es wieder zurück in die Schweiz geht.

Zurück zu den Wurzeln

Allenwinden-Baar

Der lange Aufenthalt in Ecuador, die Situation mit der Pandemie und meine Krankheit, waren eine riesen Herausforderung für mich. Nur Dank der wunderbaren Unterstützung durch Familie und Freunde war dieser strenge Lebensabschnitt zu bewältigen. Das Wohnungsangebot meines Patenkindes in den Anfängen hier in der Schweiz, danach die Möglichkeit im Haus meines Bruders wohnen zu können, waren aufeinander reihende, erfreuliche Zufälle die mich durch diese Zeit getragen haben. Ich kann mich extrem glücklich schätzen ein solches Umfeld zu haben und dafür bin ich sehr dankbar.

Die ersten Monate konnte ich krankheitshalber aber auch wegen der drastischen Umstellung zwischen diesen beiden Welten mich kaum eingeben. Nur schon die Betreuung und Begleitung der laufenden Projekte im Studentenhaus PAKASHKA-SACHA in Ecuador und der Verein SABER Y CRECER erforderten viel Zuwendung und Zeit. Seit Dezember 2021 jedoch konnte ich mich als Freelancer im Projekt Jugenbewährungshilfe.ch in Baar eingeben. Eine erfüllende Arbeit die mir ein kleines Einkommen gewährt das dringend nötig war.
Das Schicksal scheint mich richtig zu leiten, denn ab Februar konnte ich meine eigene Wohnung wieder in Allenwinden beziehen da meine Mieter frühzeitig ausziehen wollten. Die Restaurierung des Haus und Garten fiel zwar aufwändiger aus als erwartet, jedoch lässt es mich hier wieder langsam Wurzeln zu fassen.

Und doch bin ich gespalten zwischen diesen so unterschiedlichen Welten.
Denn die ungebremste Zerstörung des für uns alle Lebenswichte Amazonas Regenwaldes, die verheerenden Schicksale der allein gelassenen Indigenen Bevölkerung, und dies all auf Kosten von einigen wenigen habgierigen Menschen auf diesem Planeten, kann ich nicht einfach ausblenden. Ich habe es miterlebt, ich habe es mit eigenen Augen gesehen gespürt und mitgelitten. Und dies einfach zu ignorieren ist nicht möglich, denn Wissen bringt Verantwortung.

Tief in meinem Innern erkenne und schätze ich meine Wurzeln hier in der Schweiz. Auch dass kann ich nicht ignorieren. Ich habe realisiert, dass ich hier in der Schweiz wahrscheinlich mehr für das Projekt tun kann als in Ecuador selber. Dies auch dank meiner exzellenten Vertretung im neue erstellen Studentenhaus PAKASHKA-SACHA. Denn zwei verlässliche, motivierte Frauen vertreten und führen das Projekt momentan bestens.

Mit solchen Voraussetzungen denke ich, kann ich mich zwischen diesen beiden Welten am besten für mein Anliegen eingeben.